Campus - 21.09.2026 - 08:00
Die Promotionsurkunden wurden den 64 Doktorinnen und Doktoren in folgenden Fächern verliehen:
Im Herbstsemester werden an der Promotionsfeier jeweils auch mehrere Preise verliehen:
«Wer einen Samen in die Erde legt, braucht Geduld», sagte Rektor Manuel Ammann zu Beginn seiner Ansprache. Zunächst scheint nichts zu geschehen. Unter der Erde keimt der Samen, bildet Wurzeln und schafft damit die Grundlage für das spätere Wachstum. Erst wenn Stamm, Äste und Blätter sichtbar werden, zeigt sich, was zuvor im Verborgenen entstanden ist.
Auch eine Promotion entwickelt sich in vielen kleinen Schritten. Aus Gedanken werden Forschungsfragen, aus Fragen Forschungsprojekte und daraus neue Erkenntnisse. «Heute erhalten Sie Ihre Promotionsurkunde als sichtbares Ergebnis Ihrer Anstrengungen der vergangenen Jahre», sagte Ammann. In dieser Zeit seien die Promovierten selbst gewachsen – «intellektuell, beruflich und persönlich».
Nun gehe es darum, dieses Wissen weiterzutragen. «Sie haben gelernt, wissenschaftliche Erkenntnisse aus Ihrem Fachgebiet mit wirtschaftlichem Denken zu verbinden. Genau daraus entsteht Innovation», sagte Ammann. Innovation wiederum solle qualitatives Wachstum sicherstellen und gute Lebensbedingungen ermöglichen. Als Beispiel nannte Ammann das Gesundheitswesen: Medizinische Möglichkeiten, die vor hundert Jahren selbst den Wohlhabendsten nicht offenstanden, seien heute für alle zugänglich. «Qualitatives Wachstum bedeutet also nicht einfach ‹mehr›, sondern ‹besser›.»
HSG-Arbeitsforscher Dr. Hans Rusinek sprach in seiner Festrede über die Frage, wie wir mit einer Zukunft umgehen, die sich immer schwieriger planen lässt. Wer an einer Universität lerne, werde darin geschult, die eigenen Annahmen zu hinterfragen, Aussagen zu relativieren und die Grenzen des eigenen Wissens offenzulegen. Und dann verleihe einem die Universität einen Titel, der der Gesellschaft scheinbar sagt: «Ja, diese Person weiss etwas.» Rusinek nannte dies «eines der eleganteren Missverständnisse der akademischen Welt». Denn vielleicht liege die wichtigste Erkenntnis einer Promotion nicht darin, wie viel man wisse, sondern darin, «wie man weitergeht, wenn man etwas nicht weiss».
Auch Hoffnung beginne dort, wo Gewissheit fehle. Sie sei nicht mit Optimismus gleichzusetzen. «Optimismus sagt: ‹Es wird gut ausgehen.› Hoffnung sagt etwas anderes: ‹Ich weiss nicht, wie es ausgehen wird. Aber es gibt etwas, für das es sich zu arbeiten lohnt.›»
Den frisch Promovierten gab Rusinek drei Fragen mit auf den Weg:
Hoffnung sei deshalb kein Gefühl, das man mitnehmen müsse, sagte Rusinek, sondern ein Handwerk: eines, das man erlernen und für andere möglich machen könne.
Bilder: Foto Lautenschlager GmbH
