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Campus - 21.09.2026 - 08:00 

HSG-Promotionsfeier – von Wachstum und Hoffnung

64 Doktorinnen und Doktoren erhielten am Freitag, 18. September 2026, ihre Promotionsurkunden an der Universität St.Gallen. Rektor Manuel Ammann sprach über Wachstum und die Geduld, die es dafür braucht. Der Arbeitsforscher Dr. Hans Rusinek richtete den Blick auf eine Zukunft, die sich nicht planen lässt – und auf Hoffnung als eine Fähigkeit, die sich erlernen lässt.

Die Promotionsurkunden wurden den 64 Doktorinnen und Doktoren in folgenden Fächern verliehen:  

  • 30 in Betriebswirtschaftslehre,  
  • 8 in Economics and Finance,  
  • 2 in Economics and Econometrics,  
  • 4 in Finance,  
  • 8 in Sozialwissenschaften,  
  • 4 in Staatswissenschaften,  
  • 3 in Rechtswissenschaft,  
  • 5 in Computer Science. 

Vier Preisträgerinnen und Preisträger 

Im Herbstsemester werden an der Promotionsfeier jeweils auch mehrere Preise verliehen:   

  • Der «Amicitia Preis» für das beste Doktorat der Wirtschaftswissenschaften ging an Dr. Jonas Görgen
    («Three Essays on Consumer-Technology Relations: Assessment, Autonomy, and Singular Consumption») 
  • Der Preis des Doktoratsprogramms in Economics, Econometrics und Finance (GPEF) für die beste Dissertation wurde Nora Bearth zugesprochen. 
    («Essays in Causal Inference») 
  • Den GPEF Prize 2026 Finance erhielt Niclas Käfer
    («Essays on Equity Options») 
  • Der «Rudolf Mäder Preis» wird für das beste juristische bzw. staatswissenschaftliche Doktorat verliehen. Den Preis erhielt Dr. Cecilia Ivardi Ganapini. Sie erhielt auch eine zweite Auszeichnung, den Preis der School of Economics and Political Science (SEPS) für die beste Dissertation im Doktorat International Affairs and Political Economy (DIA). 
    («The Knowledge Economy and Skills Ecosystems: A Discursive-Historical Theory of Institutional Change») 

Ein volles Audimax – ein Tag zum Feiern

Rektor Manuel Ammann bei seiner Ansprache

Festredner und HSG-Arbeitsforscher Hans Rusinek

Die vier Preisträgerinnen und Preisträger (v.l.n.r.): Jonas Görgen, Cecilia Ivardi Ganapini, Nora Bearth und Niclas Robin Käfer

Hans-Joachim Knopf am Klavier

Promoviert und glücklich

Titelfreude

Doctores fürs Leben

Wachstum braucht Geduld  

«Wer einen Samen in die Erde legt, braucht Geduld», sagte Rektor Manuel Ammann zu Beginn seiner Ansprache. Zunächst scheint nichts zu geschehen. Unter der Erde keimt der Samen, bildet Wurzeln und schafft damit die Grundlage für das spätere Wachstum. Erst wenn Stamm, Äste und Blätter sichtbar werden, zeigt sich, was zuvor im Verborgenen entstanden ist. 

Auch eine Promotion entwickelt sich in vielen kleinen Schritten. Aus Gedanken werden Forschungsfragen, aus Fragen Forschungsprojekte und daraus neue Erkenntnisse. «Heute erhalten Sie Ihre Promotionsurkunde als sichtbares Ergebnis Ihrer Anstrengungen der vergangenen Jahre», sagte Ammann. In dieser Zeit seien die Promovierten selbst gewachsen – «intellektuell, beruflich und persönlich».  

Nun gehe es darum, dieses Wissen weiterzutragen. «Sie haben gelernt, wissenschaftliche Erkenntnisse aus Ihrem Fachgebiet mit wirtschaftlichem Denken zu verbinden. Genau daraus entsteht Innovation», sagte Ammann. Innovation wiederum solle qualitatives Wachstum sicherstellen und gute Lebensbedingungen ermöglichen. Als Beispiel nannte Ammann das Gesundheitswesen: Medizinische Möglichkeiten, die vor hundert Jahren selbst den Wohlhabendsten nicht offenstanden, seien heute für alle zugänglich. «Qualitatives Wachstum bedeutet also nicht einfach ‹mehr›, sondern ‹besser›.» 

Hoffnung als Handwerk 

HSG-Arbeitsforscher Dr. Hans Rusinek sprach in seiner Festrede über die Frage, wie wir mit einer Zukunft umgehen, die sich immer schwieriger planen lässt. Wer an einer Universität lerne, werde darin geschult, die eigenen Annahmen zu hinterfragen, Aussagen zu relativieren und die Grenzen des eigenen Wissens offenzulegen. Und dann verleihe einem die Universität einen Titel, der der Gesellschaft scheinbar sagt: «Ja, diese Person weiss etwas.» Rusinek nannte dies «eines der eleganteren Missverständnisse der akademischen Welt». Denn vielleicht liege die wichtigste Erkenntnis einer Promotion nicht darin, wie viel man wisse, sondern darin, «wie man weitergeht, wenn man etwas nicht weiss». 

Auch Hoffnung beginne dort, wo Gewissheit fehle. Sie sei nicht mit Optimismus gleichzusetzen. «Optimismus sagt: ‹Es wird gut ausgehen.› Hoffnung sagt etwas anderes: ‹Ich weiss nicht, wie es ausgehen wird. Aber es gibt etwas, für das es sich zu arbeiten lohnt.›» 

Den frisch Promovierten gab Rusinek drei Fragen mit auf den Weg: 

  • Kann ich es? Das eigene Wissen und die eigenen Fähigkeiten weiterentwickeln – und bereit sein, auch Räume zu betreten, in denen man wieder einmal am wenigsten weiss. 
  • Will ich es? Nicht nur effizient auf ein Ziel hinarbeiten, sondern sich immer wieder fragen, wofür sich die eigene Arbeit eigentlich lohnt. 
  • Kann ich es möglich machen? Wer später Verantwortung übernimmt und Einfluss gewinnt, soll auch anderen Raum geben, etwas auszuprobieren, zu lernen und selbst zu handeln. 

Hoffnung sei deshalb kein Gefühl, das man mitnehmen müsse, sagte Rusinek, sondern ein Handwerk: eines, das man erlernen und für andere möglich machen könne. 


Bilder: Foto Lautenschlager GmbH

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