Campus - 16.07.2026 - 09:00
Zwei Kindheitsfreunde aus dem Wallis stehen hinter SwissDiscover: der eine Informatiker, der andere professioneller Drohnenpilot. Nicolas Montani und Baptiste Mabillard wuchsen als Freunde an der Sprachgrenze im Kanton Wallis auf. Die Berglandschaft ihrer Heimat war für sie stets selbstverständlich – für viele Besucher;innen aus der Schweiz und international ist sie dagegen ein Reiseziel.
«Während meines Studiums dachte ich mir: Aus den tausenden Stunden Drohnenvideos, die Baptiste in der ganzen Schweiz gedreht hat, muss man mehr machen», sagt Montani. Im Februar 2026, nach Abschluss seines Bachelors in Computer Science an der HSG, programmierte er einen ersten Prototypen. «Wir arbeiten bewusst schnell und iterativ – die Plattform hat mittlerweile drei Updates durchlaufen. Wir sind nur zwei Personen im Team und sind darum schnell in der Abstimmung», sagt Montani.
SwissDiscover bietet derzeit eine interaktive Schweizkarte, auf der Nutzer:innen Drohnenvideos aus verschiedenen Regionen abrufen können. «Die Menge und Qualität des Videomaterials ist schweizweit einzigartig», sagt Montani. Die Plattform soll nicht nur bekannte Destinationen zeigen, sondern auch kleinere Orte, Aussichtspunkte und Ausflugsziele sichtbar machen, die ausserhalb der üblichen touristischen Kanäle liegen.
Wer in einem Video einen interessanten Ort entdeckt, kann auf der Karte nach sogenannten «Points» suchen: etwa nach Burgen, Badeorten, Wasserfällen, Staudämmen oder Bergbahnen. Diese Orte lassen sich in einem Planungstool zu einem «Point-Pack» bündeln – einer individuellen Reiseroute, die gespeichert oder exportiert werden kann.
Der Fokus liegt zunächst auf kurzen Ausflügen und Wochenendtrips. Langfristig will SwissDiscover die gesamte Schweiz möglichst detailliert erschliessen und eine breite Nutzerbasis aufbauen. Einnahmen sollen unter anderem durch Kooperationen mit kantonalen und regionalen Tourismusorganisationen entstehen. Denkbar sind Reisepakete, die über die Plattform zusammengestellt und verkauft werden. «Um Reichweite für solche Verkäufe aufzubauen, brauchen wir starke Partner – etwa Tourismusorganisationen oder Reise-Influencer», sagt Montani.
Auch beim Design setzt SwissDiscover auf spielerische Elemente. Auf der Plattform ist ein kleines Geografie-Spiel eingebettet: Nutzer:innen sehen kurze Videos und müssen auf einer Karte erraten, wo diese aufgenommen wurden. Je näher der Tipp am tatsächlichen Ort liegt, desto mehr Punkte gibt es. «Das Spiel führt vor allem dazu, dass man unbekannte Orte entdeckt oder bekannte Orte neu sieht», sagt Montani.
Noch ist SwissDiscover ein kleines, eigenfinanziertes Zwei-Personen-Startup. Montani übernimmt vor allem die technische Entwicklung, Mabillard liefert das Videomaterial, seine Erfahrung aus der Luftbildproduktion und ein Netzwerk in der Tourismusbranche.
Montani wollte schon früh ein Startup gründen. Zunächst begann er an der HSG ein Studium der Betriebswirtschaftslehre, wechselte nach einem Jahr jedoch in den Bachelor of Computer Science. «Die Kombination aus Informatik und Business war für mich ideal», sagt er. Besonders geprägt habe ihn die lebendige Community an der HSG-School of Computer Science: Viele Studierende arbeiteten an eigenen Projekten, bauten Produkte oder gründeten Unternehmen.
Das Studium habe ihm eine solide technische Grundlage vermittelt, zugleich aber auch den Austausch mit Dozierenden und Mitstudierenden ermöglicht. Weil der Studiengang noch jung sei, habe sich vieles fast wie ein Startup angefühlt: direkt, offen und mit kurzen Wegen. «Ich code am liebsten – aber ohne das Verständnis für Business, das ich an der HSG mitnahm, wäre Swissdiscover nicht dieselbe Idee geworden», sagt Montani.
