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Campus - 08.05.2026 - 19:45 

HSG-Festtag: Der «Dies academicus» zwischen Spitzenforschung und einer musikalischen Welturaufführung

Der «Dies academicus 2026» der Universität St.Gallen verband Wissenschaft, gesellschaftspolitische Debatten und Musik zu einem begeisternden Gesamterlebnis. Im Zentrum standen eine Uraufführung des Komponisten Stéphane Fromageot, die Rolle Europas im globalen Wettbewerb und studentischer Teamgeist.

Nur wenige Schritte von der Aula auf dem Campus der Universität St.Gallen (HSG) entfernt liegt der Kirchhoferpark. Ein Ort, der an diesem «Dies academicus» vom Rand ins Zentrum rückte. Der franko-schweizerische Komponist und Dirigent Stéphane Fromageot, seit 1998 Kapellmeister und Studienleiter am Theater St.Gallen, liess die Gäste hören, was sie sonst nur sehen: das erste Grün, das Spiel des Lichts zwischen den Baumriesen, die Stille des Naturspektakels, das zum Campus gehört und doch eine Welt für sich ist.

«Stéphane Fromageot hat das Stück ‘Promenade’ speziell für diesen feierlichen Anlass geschrieben und mit seinen Musikern heute hier erstmals aufgeführt», freute sich Rektor Manuel Ammann. Was an den Melodien so besonders ist: der Dreiklang «H-Es-G», der in der Komposition dreimal erscheint – am Anfang, in der Mitte, am Ende. Begleitet wurde die Uraufführung von einer riesigen Video-Projektion. Darin wurde immer wieder in die Vogelperspektive gewechselt, begleitet vom Gezwitscher im Park. «Die Zuschauerinnen und Zuschauer fliegen gewissermassen über die Universität hinweg als Schwalbe in die Zukunft», so Stéphane Fromageot.

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«Promenade»: ein musikalisches und filmisches Flanieren durch den Kirchhoferpark

Ruf nach mehr Souveränität

Rektor Manuel Ammann thematisierte in seiner Festrede globale Umbrüche und die Souveränität der Schweiz. «Wir leben in der produktivsten, vernetztesten und technologisch mächtigsten Zivilisation der Menschheitsgeschichte. Und trotzdem – oder gerade deshalb – sind wir abhängiger als je zuvor. Souveränität im 21. Jahrhundert ist vielschichtig, dynamisch und tief in globale wirtschaftliche und technologische Zusammenhänge eingebettet», führte der Rektor aus.

Die Forderung maximaler Souveränität würde für ein kleines Land wie die Schweiz aber bedeuten, sich vom Modell der offenen Volkswirtschaft zu verabschieden und in vielen Bereichen auf die Vorteile der internationalen Arbeitsteilung zu verzichten. Europa verfüge über exzellente technische Hochschulen und einen hohen Bildungsstandard. Entscheidend sei deshalb etwas anderes: die Fähigkeit, dieses Wissen in Wertschöpfung zu überführen, so Ammann. Etwa mit innovationsfördernden Rahmenbedingungen. 

Die HSG sehe sich dabei selbst als Teil dieses Programms. Sie zählt zu den gründungsstärksten Hochschulen im deutschsprachigen Raum – mit über 800 neuen Unternehmen im Zeitraum von 10 Jahren. Wirtschaftliche Stärke und Innovationskraft, so der Rektor, seien wichtige Voraussetzungen für Souveränität.

Rektor Manuel Ammann führte durch die Feierlichkeiten, hielt ein Plädoyer für Innovation und Souveränität

SHSG-Präsident Leonardo Moser machte den Schweizer Meistertitel des FC Thun zum Ausgangspunkt seiner Ansprache

Komponist Stéphane Fromageot mit seinem Kammer-Ensemble

Stéphane Fromageot über den magischen Dreiklang «H-Es-G»

HSG-Studentin und Podcasterin Syra Feldhaus moderierte den Highlightfilm

Strahlende Gäste

Fussball und Studium: untrennbar von echtem Teamgeist

Leonardo Moser, Präsident der Studentenschaft (SHSG) und gebürtiger Thuner, nahm den Schweizer Meistertitel des FC Thun zum Anlass seiner Ansprache. «Als ich in den letzten Wochen über das studentische Leben und insbesondere das studentische Engagement reflektiert habe, fiel mir auf: Was den FC Thun ausmacht, habe ich selbst erlebt. Nicht auf dem Spielfeld. Aber in den Gängen dieser Universität», so Leonardo Moser: Gegenseitiges Vertrauen, Teamgeist, eine klare Strategie sowie Resilienz seien keine Fussballbegriffe. Es seien Grundsätze, die auch für die Universitätsgemeinschaft gelten. «Auch ich war ein Jahr lang Spieler und durfte an der Universität aktiv mitspielen und mitgestalten. Dabei war ich nicht alleine, ich war Teil einer grossartigen Mannschaft», bedankte sich Leonardo Moser bei seinem Team.

Dekan Damian Borth, Ehrendoktor Brewster Kahle, Rektor Manuel Ammann, Dekan Björn Ambos, Ehrendoktorin Melissa A. Schilling, Dekan Martin Eling, Ehrendoktorin Anna Pavlova (v.l.n.r.)

Den «Mentor-Preis» der Studentenschaft übergab Leonardo Moser an den ehemaligen Verwaltungsdirektor Bruno Hensler

«Mit Herzblut und Tatkraft engagiert» – Dozent Florian Gasser erhielt den «Teaching Award»

Der «Student Engagement Award» ging an den studentischen Verein «PIECES»

Der «Latsis-Preis» ging an Tobias Ebert, der ein neues Forschungsgebiet der Behavioral Sciences erschlossen hat

HSG-Studierende zeichnen drei Persönlichkeiten aus 

Das überdurchschnittliche Engagement der Studierenden in Vereinen und Initiativen zeichnet die HSG besonders aus. In diesem Jahr ehrte die Studentenschaft Dr. Bruno Hensler, der während 9 Jahren als Verwaltungsdirektor mit der Universität und den Studierenden verbunden war, mit dem «Mentor-Preis». Mit dem «Teaching Award» wurde Dr. Florian Gasser zum besten Dozenten ernannt und erhält einen Stern in der «Hall of Teaching Fame». Den «Student Engagement Award» übergab die SHSG dem studentischen Verein «PIECES», die es sich zum Ziel gesetzt haben, die Bildungslandschaft in Entwicklungsländern zu transformieren. Mit Initiativen auf dem Campus bringen sie Menschen unterschiedlicher Hintergründe zusammen. 

Ehrendoktorate in Management, Finanzwirtschaft und Computer Science

Seit 1949 werden Persönlichkeiten für ihre Leistungen zu Ehrendoktoren ernannt. Diese Auszeichnung wurde 2026 folgenden Persönlichkeiten verliehen: 

  • Prof. Melissa A. Schilling, Professorin an der New York University Stern School of Business, zählt zu den international führenden Stimmen in Innovation und Strategischem Management. Sie hat zahlreiche Doktorierende ausgebildet, die heute an führenden Universitäten in Europa und den USA forschen. 
  • Prof. Anna Pavlova, Professorin für Finance an der London Business School, trägt mit ihrer Forschung in den Bereichen Finanzmärkte und Asset Pricing zu verantwortungsvolleren Finanzsystemen bei. Für ihre Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet. 
  • Brewster Kahle, Gründer des «Internet Archive» – einer gemeinnützigen digitalen Bibliothek für freien Zugang zu Texten, Filmen, Musik und archivierten Webseiten – zählt zu den Pionieren des digitalen Zeitalters.

Nachwuchsforscher Tobias Ebert erhält den «Latsis-Preis»

Die Fondation Latsis Internationale ehrt Nachwuchsforschende jährlich an ausgewählten Universitäten der Schweiz. In diesem Jahr geht der «Latsis-Preis» an Prof. Dr. Tobias Ebert, Experte im interdisziplinären Feld der Behavioral Sciences. In seiner Forschung setzt er sich mit der psychologischen Wirkung von Orten auseinander. 
 

Drei Forschungsprojekte mit «HSG Impact Awards» gewürdigt 

«In unserem ‘Strategic Plan 2030’ fasst der Claim ‘From insight to impact’ das Versprechen der Universität St.Gallen zusammen: Wir erzielen Wirkung durch exzellente Forschung», sagte Rektor Manuel Ammann. Die Impact Awards seien Ausdruck dieser Überzeugung. In diesem Jahr wurden folgende Forschende ausgezeichnet: 

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Video zum Projekt «Swiss circular economy of skills and competencies»

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Video zum Projekt «AI-based nutritional assessment of malnourished patients in care facilities»

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Video zum Projekt «The 60% Potential – Using marketing to win over mainstream consumers for sustainable consumption»

Weitere Informationen zum Festtag: hsg.ch/dies


Bilder: Hannes Thalmann

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