close

Forschung - 08.05.2026 - 16:01 

Drei Forschungsprojekte mit «HSG Impact Award 2026» ausgezeichnet

In diesem Jahr reichen die Themenfelder der prämierten Projekte von Marketing-Massnahmen für nachhaltigen Konsum über die KI-gestützte Erkennung von Mangelernährung in Hospitälern bis hin zur Kreislaufwirtschaft von Fähigkeiten und Kompetenzen im Arbeitsmarkt.

Die Universität St.Gallen (HSG) prämiert jährlich herausragende Forschung mit dem HSG Impact Award. Ausgezeichnet werden HSG-Forschende, die mit ihren Projekten einen besonders wertvollen Beitrag für die Gesellschaft leisten.

Insgesamt werden drei Auszeichnungen verliehen. Im Jahr 2026 gehen diese an «Swiss circular economy of skills and competencies» von Dr. Andreas Janson, Dr. Roman Rietsche, Prof. Dr. Bernadette Dilger, Prof. Dr. Ivo Blohm und Prof. Dr. Jan Marco Leimeister; an das Forschungsprojekt «AI-based nutritional assessment of malnourished patients in care facilities» von Prof. Dr. Dietmar Grichnik und Dr. Robert Schreiber; sowie an das Projekt «The 60% Potential – Using marketing to win over mainstream consumers for sustainable consumption» von Prof. Dr. Johanna Gollnhofer.

Die Jury, bestehend aus Praktiker:innen und Uni-Angehörigen, bewertete Bewerbungen aus den unterschiedlichsten Disziplinen der HSG-Forschung. Die Preise werden im Rahmen des Dies academicus am Freitag, 8. Mai 2026, verliehen.

Kreislaufwirtschaft der Fähigkeiten und Kompetenzen

Angesichts von Fachkräftemangel, Digitalisierung und raschem Kompetenzwandel schafft das Innosuisse-Flagship-Projekt «Swiss circular economy of skills and competencies» von Dr. Andreas Janson, Dr. Roman Rietsche, Prof. Dr. Bernadette Dilger, Prof. Dr. Ivo Blohm und Prof. Dr. Jan Marco Leimeister eine dringend benötigte Verbindung zwischen Bildungsangeboten und Arbeitsmarktnachfrage. Herzstück ist ein wissenschaftlich fundiertes Kompetenzmodell, das Fähigkeiten, Aufgaben und Anforderungen systematisch verknüpft und so erstmals eine gemeinsame «Sprache» für Unternehmen, Bildungsanbieter und Erwerbstätige etabliert.

Darauf aufbauend ermöglichen KI-gestützte Kompetenzprofile eine ganzheitliche Abbildung von Qualifikationen – von formalen Abschlüssen bis hin zu informell erworbenen Fähigkeiten. Über intelligente Empfehlungssysteme erhalten Nutzer personalisierte Weiterbildungs- und Karrierevorschläge, die transparent aufzeigen, welche Schritte zur Zielposition führen. Mit dem Praxispartner Work-ID, etabliert sich eine neue digitale Kompetenz-ID für die Schweiz. Sie erlaubt den Abgleich individueller Profile mit Tausenden von offenen Stellen. Sie unterstützt Unternehmen dabei, Kompetenzlücken gezielt zu identifizieren und zu schliessen. Durch die enge Zusammenarbeit mit Partnern aus Wirtschaft und Bildung entfaltet das Projekt bereits heute breite Wirkung und gilt als wegweisendes Modell für eine nachhaltige, zukunftsorientierte Fachkräfteentwicklung.

Diesen Inhalt aktivieren

Inhalt erfordert Bestätigung

Akzeptieren
Mehr

Video zum Forschungsprojekt «Swiss circular economy of skills and competencies»

Mangelernährung frühzeitig erkennen

Mit dem Innosuisse-Innovationsprojekt «AI-based nutritional assessment of malnourished patients in care facilities» entwickelte das Institut für Technologiemanagement gemeinsam mit dem Startup ALPINA+SANA eine Lösung gegen Mangelernährung im Gesundheitswesen. Rund 20-30 Prozent der Patientinnen und Patienten in Spitälern sind betroffen – mit erheblichen gesundheitlichen Folgen und Kosten von über 500 Millionen Franken jährlich allein in der Schweiz. Das interdisziplinäre Forschungsteam am Healthspan Lab der HSG setzt hier an und kombiniert künstliche Intelligenz mit Technologie zu einem automatisierten System, das die Nahrungsaufnahme präzise und in Echtzeit erfasst.

Mit einer Genauigkeit von ca. 90 Prozent – selbst bei komplexen Speisen – ermöglicht die Technologie eine frühzeitige Erkennung von Mangelernährung und entlastet gleichzeitig das Pflegepersonal durch den Wegfall manueller Dokumentation.

Erste Praxistests im Kantonsspital Winterthur zeigen ein erhebliches Potenzial: Tausende Arbeitsstunden können eingespart, zusätzliche Einnahmen generiert und Behandlungskosten deutlich gesenkt werden. Parallel entwickelt ALPINA+SANA patientenzentrierte medizinische Nahrungsprodukte, die die Akzeptanz bei Betroffenen erhöhen. Das Projekt trifft auf grosses Interesse im Gesundheitswesen: Bereits über 50 Spitäler prüfen eine Einführung. Damit leistet die Initiative von Prof. Dr. Dietmar Grichnik und Dr. Robert Schreiber nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Effizienzsteigerung im Gesundheitssystem, sondern verbessert die Lebensqualität einer alternden Bevölkerung.

Diesen Inhalt aktivieren

Inhalt erfordert Bestätigung

Akzeptieren
Mehr

Video zum Forschungsprojekt «AI-based nutritional assessment of malnourished patients in care facilities»

Marketing als Hebel für nachhaltigen Konsum

Basierend auf mehrjähriger Forschung liefert das nun auf Englisch vorliegende Buch «The 60% Potential – Using marketing to win over mainstream consumers for sustainable consumption» von Prof. Dr. Johanna Gollnhofer ein wirkungsstarkes Konzept zur Förderung nachhaltigen Konsums.

Im Fokus steht nicht länger nur eine kleine, bereits überzeugte Zielgruppe, sondern die breite gesellschaftliche Mitte – jenes «60%-Potenzial», das bislang kaum adressiert wird. Der Ansatz bietet Unternehmen, öffentlichen Institutionen und Organisationen konkrete Strategien, um nachhaltige Produkte und Verhaltensweisen massentauglich zu machen.

Seit der Veröffentlichung 2024 hat das Werk breite Resonanz in Wirtschaft, Medien und Politik erfahren, wurde international publiziert und als eines der wichtigsten Wirtschaftsbücher 2025 ausgezeichnet. Die praktische Wirkung ist bereits deutlich sichtbar: Unternehmen wie Vattenfall nutzen das Konzept zur Neuausrichtung ihrer Nachhaltigkeitskommunikation, während Beiersdorf es in der Managementausbildung verankert hat. Auch öffentliche Akteure wie die Stadt Oldenburg setzen auf den Ansatz, um Bürgerinnen und Bürger gezielter für klimafreundliches Verhalten zu gewinnen. Damit leistet «The 60% Potential» einen zentralen Beitrag, wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Massnahmen zu übersetzen und nachhaltigen Wandel in der Breite der Gesellschaft voranzutreiben.

Diesen Inhalt aktivieren

Inhalt erfordert Bestätigung

Akzeptieren
Mehr

Video zum Forschungsprojekt «The 60% Potential: Using Marketing to Win Over Mainstream Consumers for Sustainable Consumption»

north