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Veranstaltungen und News

24.-27. September 2026
Nietzsche-Kolloquium 2026: Politik und Religion – Nietzsches „Antichrist“ (1888) und die neuen Fundamentalismen

Das diesjährige Nietzsche-Kolloquium findet vom Donnerstag, 24. bis Sonntag, 27. September 2026 statt. Dieses Jahr erstmals mit Studierenden der Universität St. Gallen im Rahmen des Seminars: "Mit Nietzsches Texten denken lernen" unter der Leitung von Christine Abbt, Thomas Telios und Leire Urricelqui.

Infos zum Kolloquium:

Wer sich um die Trennung von Religion und Politik bemüht, gerät zunehmend in die Defensive. Die Idee etwa vom Kampf gegen das Böse, der im rechten Glauben verankert sein soll, findet sich längst nicht mehr allein im politischen Islam, sondern zunehmend auch in liberalen Demokratien, ob bei esoterischen Verschwörungstheoretikern oder Fundamentalisten aller Art. Zum Befund gehören die Rückkehr längst totgeglaubter Debatten um die politische Theologie sowie die Schreckensbilder einer kommenden Apokalypse im Zeichen von Klima, KI, Krieg oder Pandemie. Vor diesem Hintergrund möchten wir Nietzsches Antichrist wiederlesen, seine radikalste Auseinandersetzung mit Religion und ihrer Politik. Schon der Basler Philologe hatte erklärt, dass Religionen nicht sterben: „sie transfiguriren sich bloß“. Im Antichrist kulminiert diese Einsicht in einem Stoßseufzer: „Zwei Jahrtausende beinahe und nicht ein einziger neuer Gott!“ Der christliche Gott, jenes „hybride Verfalls-Gebilde aus Null, Begriff und Widerspruch“, wird ihm zum exemplarischen Instrument einer Machtergreifung durch fake news. Aus der frohen Botschaft fabriziert Paulus ein Anti-Evangelium, das den „Erlöser“ „zu Zwecken der Propaganda“ verfälscht, die „Massen tyrannisirt“ und „Heerden bildet“. Diese im Antichrist auf die Spitze getriebene Rhetorik der Umwertung aller Werte fordert heraus. Genaue Lektüren sollen uns helfen, das schwierige Verhältnis von Religion und Politik auch im Blick auf die aktuelle Situation besser zu verstehen.

Das Kolloquium ist öffentlich und wendet sich nicht nur an Spezialisten, sondern generell an ein interessiertes Publikum. Die Veranstaltungen – Vorträge, Diskussionen, Lektüregruppen – können einzeln besucht werden.
Preise: Tagungskarte CHF 180.- (Studierende CHF 50.-) / Einzelkarten CHF 20.- (Studierende CHF 10.-) / Konzert CHF 30.- (Studierende CHF 20.-).

Homepage des Kolloquiums    Programmheft (PDF)

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