close

Campus - 07.09.2022 - 00:00

HSG-StartWoche: 1856 Erstsemestrige lernen ihre Universität kennen

Keine andere Schweizer Universität begleitet ihre neuen Studierenden so eng wie die HSG. Die StartWoche, in der über 1800 Studierende die Universität und ihr neues Umfeld kennenlernen, wird im September 2022 in einem neuen Format durchgeführt. Unter anderem steht der Austausch von Studierenden mit Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Politik und Forschung auf dem Programm.

7. September 2022. In 90 Sekunden Jury und Publikum davon überzeugen, dass man die beste Idee hat: Das lernen die 1856 jungen Frauen und Männer, die Mitte September ihr Bachelorstudium an der HSG beginnen, gleich als Erstes. Die Aufgabe, diese «Elevator Pitch» genannte Kurzpräsentation in Gruppen zu erarbeiten, gehört zur HSG-StartWoche. Diese führt die Erstsemestrigen vom 12. bis 16. September 2022 in das Leben und Arbeiten an der Universität ein. Neben administrativen Einführungen, etwa zu Prüfungen, und zur Studienarchitektur, zum HSG-Campus oder zur Bibliothek bearbeiten die StartWochen-Gruppen mit jeweils 25 Studierenden eine Fallstudie zum Thema «Polarisierung». Die Resultate davon – der Elevator Pitch und ein kurzes Video – können sechs ausgewählte Gruppen am Ende der Woche einer Jury präsentieren. Das passiert nicht hinter verschlossenen Türen, sondern auf einer Bühne vor dem gesamten neuen Assessmentjahrgang in den Olma-Hallen. Neben der Jury, in der die langjährige SRF-Journalistin Henriette Engbersen, der HSG-Prorektor Studium & Lehre Martin Eppler sowie die HSG-Amerikanistin Claudia Franziska Brühwiler sitzen, kann auch das Publikum mit dem Publikumspreis ihren Favoriten bestimmen. 

Corona brachte Innovationsschub 

Die StartWoche ist einzigartig: Keine andere Schweizer Universität begleitet ihre Erstsemestrigen zum Studienstart so intensiv wie die HSG. Neben den 1856 Bachelorstudierenden besuchen rund 700 neu an der HSG eingeschriebene Masterstudierende und Doktorierende mehrere Einführungstage namens «Kick-Off Days». 

Die StartWoche gehört zu den umfassendsten Projekten, die an der HSG umgesetzt werden. Das Team der StartWoche, bestehend aus einem fünfköpfigen Kernteam und vier studentischen Mitarbeitenden, wird von 190 Tutorinnen und Tutoren sowie diversen weiteren HSG-Mitarbeitenden unterstützt. Alle zusammen leisten sie jährlich geschätzt 20'000 Arbeitsstunden. «Oberstes Ziel unserer Arbeit ist es, die neuen Studierenden sozial, akademisch und administrativ bestmöglich zu integrieren», sagt Miriam Mrisi, Leiterin der StartWoche. 

Über 1800 Studierende, die täglich im Rahmen der einwöchigen Lehrveranstaltung StartWoche auf dem Campus unterwegs sind, verlangen von Mrisi und ihrem Team einiges an Planung – und genau diese wurde 2020 und 2021 von den coronabedingten Massnahmen durcheinandergewirbelt. «Das waren zwei anstrengende, aber auch sehr lehrreiche Jahre. Denn gleichzeitig hat uns diese Zeit der Umbrüche das Potential für Neues aufgezeigt und Mut dafür gemacht», sagt Mrisi. So wurde die StartWoche auf die Ausgabe 2022 redesignt und ist nun modularer, flexibler und digitaler: Die Tutorinnen und Tutoren sind freier in der Planung, welche Programmpunkte sie mit ihrer StartWochen-Gruppe wann absolvieren. Und die administrativen Einführungen, an denen früher hunderte Studierende im grossen Auditorium teilnahmen, finden jetzt ausschliesslich digital über die Lernplattform Canvas direkt in den einzelnen Gruppen statt. «Wir haben das im Jahr 2020 pandemiebeding als eine Art Notlösung initiiert. Das ist aber viel effizienter als 1800 Personen in vielen Zeitslots in zwei Sprachen – Deutsch und Englisch – durchs Audimax zu schleusen», sagt Mrisi. Bei den inhaltlichen Inputs durch Expertinnen und Experten zur Fallstudienthematik sei das Team der StartWoche zu dem Schluss gekommen, dass diese unbedingt in Präsenz stattfinden müssen. «Somit finden Präsenzelemente und E-Learning gleichermassen Anwendung», sagt Mrisi. 

Der Community Gedanke der HSG wird in der StartWoche 2022 nicht zu kurz kommen. Alle StartWochen-Gruppen werden während eines Tages im neuen SQUARE-Gebäude an der Fallstudie zur Thematik «Polarisierung» arbeiten. Im SQUARE sind täglich verschiedene Expertinnen und Experten als eine Art Human Library vor Ort, mit denen sich die Studierenden spontan austauschen können. Dieses Jahr hat die HSG dazu unter anderem den SRF-Moderator Sandro Brotz, die Historikerin und Politikwissenschaftlerin Regula Stämpfli, den HSG-Philosophen Michael Festl und den Rhetoriktrainer Michael Berndonner eingeladen. Der zufällige gruppen- und generationsübergreifende Austausch sowie der Ansatz, Lösungen gemeinschaftlich zu erarbeiten, stehen an dem Tag im SQUARE, aber auch auf dem restlichen Campus während der ganzen Woche, im Fokus.

Erfahrene Studierende helfen Erstsemestrigen

Während der Woche unterstützen rund 190 Tutorinnen und Tutoren das Team der StartWoche. Das sind erfahrene Studierende, die jeweils zu zweit eine Gruppe von Erstsemestrigen betreuen. «Sie müssen sich dafür bewerben. Viele erinnern sich daran, wie wichtig ihre eigene StartWoche war und möchten einen Beitrag an die HSG-Gemeinschaft leisten», sagt Miriam Mrisi. Wer Tutorin oder Tutor werden will, absolviert dafür während zwei Semestern einen Kurs im Rahmen des HSG-Kontextstudiums, das auf soziale, historische und kulturelle Aspekte fokussiert.

Diese erfahrenen Studierenden helfen den Erstsemestrigen auch dabei, die Stadt St.Gallen kennenzulernen. Zur StartWoche gehören zudem verschiedene soziale Anlässe wie etwa ein Grillabend der Studentenschaft. Ausserdem stellen sich die über 120 studentischen Vereine vor, die an der HSG aktiv sind. Dazu Miriam Mrisi: «Natürlich steht die Vermittlung wichtiger Informationen im Zentrum der StartWoche. Dass die Studierenden in dieser Zeit möglichst viele neue Kontakte knüpfen können, ist aber ebenfalls sehr wichtig.»

north