Diversität, Gleichstellung und Inklusion sind zentrale Werte im Selbstverständnis der Universität St.Gallen (HSG). Sie bilden die Basis für Exzellenz, Innovationskraft und gesellschaftlichen Beitrag – in Forschung und Lehre ebenso wie im täglichen Miteinander auf dem Campus. Wissenschaft braucht Vielfalt der Forschenden und ihrer Perspektiven genauso wie Vielfalt der Themen und Methoden. Ein von Respekt und Fairness geprägter Umgang unterstützt dabei, dass alle Universitätsangehörigen ihr Potential voll entfalten können: im Studium, in der Lehre und Forschung sowie in der Verwaltung, und über die Zeit an der Universität hinaus, ganz im Sinne von «empowering talents, inspiring leaders».
Die HSG verfügt über eine spezialisierte Fach- und Beratungsstelle für Diversität, Gleichstellung und Inklusion (DE&I). Diese bietet vertrauliche Beratung und Unterstützung für Studierende und Mitarbeitende in Bereichen wie Nachteilsausgleich, psychische Gesundheit oder Vereinbarkeit von Studium, Arbeit und Elternschaft. Ausserdem entwickelt sie im Dialog mit anderen Organisationseinheiten Strategien und Massnahmen, um Gleichstellung, Diversität und Inklusion zu fördern. Der Schutz der persönlichen Integrität und die Sicherstellung der Barrierefreiheit spielen dabei eine Schlüsselrolle. Die Empfehlungen der Fachstelle werden evidenzbasiert entwickelt und orientieren sich an der strategischen Ausrichtung der Universität und den rechtlichen Rahmenbedingungen.
Ein Beispiel dafür ist die universitätsübergreifende Zusammenarbeit im Bereich «Inklusive Lehre». Ein inklusives Design der Lehre schafft Voraussetzungen, unter denen alle Studierenden ihr Potenzial entfalten und ihre Kompetenzen zeigen können, ohne dadurch den akademischen Anspruch zu verändern. Aktuell fördert swissuniversities im Rahmen des Programms Chancengerechtigkeit die Entwicklung eines Inclusive Learning Tools. Entscheidend ist dabei, Inklusion nicht als Zusatz, sondern strukturell in die Lehre und ihre bestehenden Gefässe zu integrieren.
Der in regelmässigen Abständen veröffentlichte Diversity Monitoring Bericht macht die Fortschritte sichtbar: So ist bis 2025 der Anteil von Frauen bei den Professuren (ordentliche Professur, assoziierte Professur, Assistenzprofessur) seit 2019 um 18 Prozentpunkte auf 36 Prozent gestiegen bezogen auf FTE. Im Jahr 2025 wurde der Bericht auf ein digitales Format umgestellt, wodurch zukünftig eine dynamischere Darstellung von Veränderungen in verschiedenen Vielfaltsdimensionen – etwa Geschlecht oder Herkunft – ermöglicht wird. Zudem hat die Fachstelle einen Leitfaden zu einem wertschätzenden und diskriminierungsfreien Sprachgebrauch entwickelt.
Beim Thema Diskriminierung und Belästigung positioniert sich die HSG klar: Der HSG-Kodex sowie die Leitlinie zum Schutz der persönlichen Integrität definieren ein respektvolles Miteinander als Grundsätze innerhalb der HSG. Die Fach- & Beratungsstelle DE&I, die Ombudsstelle sowie die Psychologische Beratungsstelle unterstützen alle Mitarbeitenden und Studierenden bei der Meldung von Grenzüberschreitungen und der Bewältigung von herausfordernden Situationen. Das umfassende Programm am jährlichen Tag gegen sexuelle Belästigung fördert seit 2023 eine Null-Toleranz-Kultur, während gleichzeitig die Meldeprozesse weiterentwickelt werden. Im Jahr 2026 übernimmt die HSG die Konzeption und Koordination für den schweizweiten Tag gegen sexuelle Belästigung.
Darüber hinaus tragen zahlreiche studentische Initiativen dazu bei, ein inklusives Campusklima zu stärken. Der Studierendenverein Universa unterstützt Studentinnen bei allen Fragen rund ums Studium, Karriere und Weiterentwicklung. Die Veranstaltungen rund um den PRIDE Month setzen wichtige Zeichen für Sichtbarkeit und Solidarität. Die studentische Initiative WASH (Working Against Sexual Harassment) gestaltet jeweils ein eigenständiges Programm am Tag gegen sexuelle Belästigung und bietet über das gesamte Studienjahr verteilt Workshops und Veranstaltungen an. Ab 2025 werden darüber hinaus erstmals DEI-Projekte von HSG-Mitgliedern und Studierenden von der Gleichstellungskommission finanziell gefördert, um strukturellen Wandel auf breiter Basis zu unterstützen – ein weiterer Schritt auf dem Weg zu mehr Teilhabe.
Die Förderung von Diversität, Chancengleichheit und Inklusion ist an der HSG auch Teil des akademischen Selbstverständnisses. Forschende wie Prof. Dr. Christa Binswanger, Prof. Dr. Gudrun Sander, Prof. Dr. Jamie Gloor, Prof. Dr. Stefan Böhm und Prof. Dr. Julia Nentwich beschäftigen sich mit Themen wie «Male Allyship», «Gender Bias in der Arbeitswelt» oder «inklusive Führung». Das Competence Center for Diversity, Disability and Inclusion (CCDI) ist darüber hinaus ein wichtiger Motor für evidenzbasierte Praxis und Wissenstransfer – etwa durch den jährlich erscheinenden Gender Intelligence Report oder öffentliche Diskussionsformate zur Inklusion in der Arbeitswelt. Auch in der Lehre werden zahlreiche Kurse zu diesen Themen angeboten, wie beispielsweise «Inklusives Führen» von Dr. Ines Hartmann im Kontextstudium oder «Diversity & Inclusion im Innovationskontext» von Prof. Dr. Maximilian Palmié im Master für Business Innovation. Weitere Informationen dazu in den Abschnitten zu «Lehre» und «Forschung».
Die Delegierte des Rektors für Diversität, Gleichstellung und Inklusion, Prof. Dr. Anastasia Kartasheva, ist für die universitätsweite strategische Ausrichtung und systematische Integration dieser Themenbereiche verantwortlich. Unterstützt wird die Delegierte durch die Fach- und Beratungsstelle DE&I, die gemeinsam mit den Teams Qualitätsentwicklung und Sustainability Services das Ressort Qualität & Nachhaltigkeit im Prorektorat Innovation & Qualität bildet. Diese strukturelle Integration steht für ein erweitertes Qualitätsverständnis der Universität mit Nachhaltigkeit und Diversität & Inklusion als integrale Bestandteile akademischer und institutioneller Exzellenz.
Die Förderung von Inklusion und Vielfalt ist ein fortlaufender Prozess und konstante Herausforderung, die kontinuierliches Engagement auf allen Ebenen erfordert. An der HSG gehen Studierende, Mitarbeitende und Forschende diesen Weg gemeinsam – mit Offenheit, kritischer Reflexion und dem klaren Willen, eine Universität mitzugestalten, in der Unterschiedlichkeit als Stärke verstanden wird.