
Der HSG Campus bietet eine inspirierende Umgebung zum Lernen und Arbeiten. Im Einklang mit ihrem strategischen Ziel selbst mit gutem Beispiel voranzugehen, strebt die HSG einen nachhaltigen Betrieb an, einschliesslich eines Netto Null Campus, der Bereitstellung eines inklusiven und diversen Lern- und Arbeitsumfelds, und verantwortungsvoller Investitionen. Darüber hinaus wollen wir Nachhaltigkeit auf dem Campus und darüber hinaus sichtbar machen.

Die Universität St.Gallen hat 2019 den Global Climate Letter for Universities and Colleges unterzeichnet, der Teil der Race to Zero-Kampagne der UNFCCC ist. Auf der Grundlage dieser Verpflichtung wurde ein detallierter Klimaplan erarbeitet. Dieser legt dar, wie die HSG ihr Netto-Null Ziel für direkte betriebliche Emissionen (Scope 1 + 2) in 2030 und das Reduktionsziel von 25% aller Emissionen bis 2030 gegenüber dem Basisjahr 2019 erreichen will. Für Letzteres fokussiert sich die Universität auf drei vorrangige Massnahmen: Reisen, Beschaffung und Verpflegung.
Den eigenen Fussabdruck zu verstehen ist eine wichtige Grundlage, um Umsetzungsprojekte in Richtung Netto-Null-Emissionen identifizieren und priorisieren zu können. Die HSG hat eine universitätsweite THG-Bilanzierung auf der Grundlage des GHG Protocol etabliert. Das GHG Protocol ist ein weltweiter Standard für die Messung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen. Basierend auf dem operativen Kontrollansatz umfasst die Bilanzierung die Emissionen von Scope 1, 2 und 3, einschliesslich nachgelagerter Aktivitäten wie Lehrveranstaltungen ausserhalb des Campus sowie Austauschmobilität der Studierenden.
Der Grossteil der THG-Emissionen der HSG resultiert aus Scope 3-Aktivitäten, wobei nachgelagerte Transportaktivitäten (studentische Mobilität), Beschaffung und Geschäftsreisen die grössten Emissionsschwerpunkte darstellen. Wie bei jeder THG-Bilanzierung handelt es sich bei den Berechnungen um Näherungswerte, die teilweise auf Annahmen und/oder Schätzungen beruhen.
Die THG-Bilanzierung wird jährlich fortgeführt, um die Fortschritte bei der Erreichung unserer Klimaziele zu verfolgen.
Die Steigerung der Energieeffizienz, die Dekarbonisierung der Heiz- und Kühlsysteme sowie die Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien auf dem Campus sind zentrale Ziele unserer Klimaschutzmassnahmen. Das Bau und Technik Team der HSG hat den Energieverbrauch am Campus durch innovative Massnahmen bereits stark optimiert. Konkret konnte der Energieverbrauchs seit 2013 um mehr als ein Drittel gesenkt werden, obwohl die Zahl der Studierenden im gleichen Zeitraum um fast 40 % gestiegen ist. Mit ihren Reduktionsmassnahmen hat die HSG die kantonalen Energiereduktionsziele für den Zeitraum 2014–2024 deutlich übertroffen und nimmt damit im Kanton St.Gallen eine Vorreiterrolle unter den Grossverbrauchern ein.
Leuchtturm-Initiativen sind das neue SQUARE-Gebäude, welches vollständig mit Geothermie beheizt wird, und die verschiedenen PV-Anlagen, die derzeit circa 20% des jährlichen Strombedarfs des HSG Campus decken. Ein noch vorhandenes gasbetriebenes Heizsystem soll in den nächsten Jahren ersetzt werden.
Ein wichtiger Meilenstein für eine klimafreundliche Infrastruktur ist der neue Campus Platztor. Mit einer voraussichtlichen Inbetriebnahme im Jahr 2032 wird die Umsetzung des Konzepts «Tsumiki» ein Vorbild für Bauprojekte im postfossilen Zeitalter darstellen.
In Einklang mit dem neuen kantonalen Beschaffungsgesetz, das Nachhaltigkeit als Schlüsselkriterium für Beschaffungsprozesse und -entscheide zulässt, hat die HSG ihre Beschaffungsrichtlinie überarbeitet, um Nachhaltigkeitsaspekte stärker zu verankern.
Verschiedene Beschaffungsentscheide werden bereits unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit getroffen. So berücksichtigt der Stromeinkauf der Universität ökologische Kriterien: Für die Hauptgebäude auf dem Campus wird 100% Wasserkraft (zertifikatsbasiert) eingekauft.
Mobilität ist ein wesentlicher Bestandteil einer Campus-Universität. Dabei gilt es, Konnektivität und leichte Erreichbarkeit zu gewährleisten und gleichzeitig die Umweltauswirkungen zu reduzieren. Für die Mitarbeitenden werden verschiedene Anreize für ein nachhaltiges Pendeln geschaffen, wie die SBB Travel App und ein Carsharing-Angebot.
Ebenso spielen Geschäftsreisen eine wichtige Rolle im akademischen Leben sowie für die berufliche Entwicklung. Geschäftsreisen machen etwa ein Fünftel der HSG Emissionen aus. Einige Lehrstühle haben bereits dezentrale Massnahmen für klimafreundliches Reisen eingeführt, um die mobilitätsbedingten Treibhausgasemissionen zu reduzieren. In diesem Zusammenhang werden unterstützende Massnahmen ergriffen um weiteren Instituten und Centern dabei zu helfen, massgeschneiderte Ansätze zur Verringerung der Emissionen aus Geschäftsreisen zu entwickeln.
An der Universität St.Gallen (HSG) machen sogenannte «nachgelagerte Transportaktivitäten» im Zusammenhang mit dem studentischen Leben, wie z.B. Austauschreisen, Pendelmobilität, sowie Teilnahme an externen Veranstaltungen, mit etwa 40% einen bedeutenden Teil des CO2-Fussabdrucks der Universität aus. Einen grossen Anteil an diesem Fussabdruck haben Fernreisen für Austauschsemester und externe Kurse, die mit der Rückkehr zum normalen Aktivitätsniveau nach der Pandemie in den letzten Jahren wieder einen Anstieg verzeichneten.
Die Verringerung der nachgelagerten Emissionen ist eine Herausforderung. Nichtsdestotrotz sucht die HSG weiterhin nach Möglichkeiten, diese Emissionen zu verringern und gleichzeitig den Studierenden weiterhin reichhaltige Lernerfahrungen zu ermöglichen. Dies beinhaltet beispielsweise die Studierenden dafür zu sensibilisieren, für den innereuropäischen Austausch klimafreundliche Verkehrsmittel zu wählen. Eine weitere Massnahme umfasst den thematischen Zusatznutzen zu prüfen, wenn ein Kurs im Ausland stattfinden soll.
Die HSG unternimmt verschiedene Anstrengungen, um die Emissionen über die genannten Emissions-Hotspots hinaus zu reduzieren. Viele dieser Projekte sind von Studierenden initiiert, wie z.B. die Einführung einer Nachhaltigkeitskennzeichnung in der Mensa in 2024.
Ebenso inspiriert von einer studentischen Initiative hat die Finanzabteilung der Universität St.Gallen die HSG Anlagerichtlinie aktualisiert um Nachhaltigkeitsaspekte im Finanzportfolio zu berücksichtigen.
Darüber hinaus haben viele Serviceeinheiten der HSG ihre Prozesse optimiert und dadurch Emissionsquellen reduziert, beispielsweise durch den verstärkten Einsatz digitaler Marketingmaterialien oder durch die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten bei Veranstaltungen.
Seit 2007 ist die HSG für die naturnahe Gestaltung ihrer Aussenflächen zertifiziert durch die Stiftung Natur & Wirtschaft, welche Natur in Wohngebieten fördert und vorbildliche Flächen- und Umweltplanungen auszeichnet. In den letzten Jahren wurden verschiedene Anstrengungen unternommen, um die Biodiversität auf dem Campus weiter zu erhöhen. Dies umfasst z.B. Fassadenbegrünungen oder den Austausch von nicht einheimischen durch einheimische Pflanzenarten.
Die HSG ist seit 2016 eine Blue University. Im Rahmen dieses Blue Community Engagements fördern wir den Konsum von Leitungswasser und die Anerkennung von Wasser als öffentliches Gut. In den letzten Jahren wurden verschiedene Massnahmen umgesetzt, um den Wasserverbrauch der HSG weiter zu reduzieren und das Bewusstsein für Wasserfragen zu stärken.
Die HSG strebt kreislauffähiges Handeln auf dem Campus an. Unsere Universität verfügt über ein umfassendes Abfallmanagementsystem und misst und recycelt verschiedene Abfallarten. Ausserdem werden alte IT-Geräte und Möbel nach Möglichkeit wiederverwendet oder extern aufbereitet. Dennoch bleibt es eine Herausforderung, Abfälle zu reduzieren und fortgeschrittenere Stufen einer Kreislaufwirtschaft zu erreichen. So hatte beispielsweise ein Pilotprojekt zur Einführung eines Mehrwegbechersystems auf dem Campus leider keinen langfristigen Erfolg.
Chancengleichheit, Diversität und Inklusion sind zentrale Aspekte im Streben der HSG nach Exzellenz, Fairness und Verantwortungsbewusstsein. Wir begreifen Diversität als Chance und Respekt als unabdingbar. Um dies zu gewährleisten, arbeiten spezifische Fachstellen daran, die Universität in dieser Hinsicht weiterzuentwickeln und ein umfassendes Beratungsangebot sicherzustellen.
Die Universität St.Gallen setzt verschiedene Fonds zur finanziellen Unterstützung der Studierenden ein, um den Zugang zu einer qualitativ hochstehenden Ausbildung unabhängig vom finanziellen Hintergrund zu ermöglichen. Die diesbezüglichen Aktivitäten werden von der Beratungsstelle für Studienfinanzierung koordiniert.
Darüber hinaus hat die Universität St.Gallen einen bedeutenden positiven Einfluss auf die umliegende Region. Dazu gehören monetäre und nicht-monetäre Effekte wie positive Kaufkrafteffekte für KMU, Gewerbe, und Tourismus, eine Stärkung des regionalen Arbeitsmarkts sowie Innovationsmöglichkeiten und positive Auswirkungen auf die Wissenslandschaft und die Attraktivität der Region St.Gallen.
Eine nachhaltige Entwicklung umfasst nicht nur operative Massnahmen, sondern auch die Schaffung einer Nachhaltigkeitskultur auf dem Campus. Unsere Universität arbeitet mit verschiedenen Initiativen darauf hin. Dazu gehören die Schaffung eines Bewusstseins für Nachhaltigkeitsthemen und die Erhöhung der Sichtbarkeit bestehender Massnahmen.
Darüber hinaus führt der stark integrative Ansatz unserer Hochschule zu zahlreichen Vernetzungen und Überschneidungen zwischen Lehre, Forschung, studentischem Engagement und dem Campus. Die daraus resultierenden Initiativen zur Umsetzung der Nachhaltigkeit auf dem Campus machen unseren Campus zu einem Living Lab, in dem Lernerfahrungen und Nachhaltigkeitsinnovationen zusammenkommen. So haben beispielsweise Studierende des Masterstudiengangs Managing Climate Solution erfolgreich Campus-Projekte wie die durch Crowdfunding finanzierte PV-Anlage auf dem Sporthallendach oder die Klimatreppe initiiert. Das co-curriculare Engagement der Studierenden ist eine weitere Quelle in diesem Bereich, mit zahlreichen erfolgreichen Umsetzungsprojekten im Laufe der Jahre.