
Der HSG Campus bietet eine inspirierende Umgebung zum Lernen und Arbeiten. Im Einklang mit ihrem strategischen Ziel selbst mit gutem Beispiel voranzugehen, strebt die HSG einen nachhaltigen Betrieb an. Dies beinhaltet einen Netto Null Campus, die Bereitstellung eines inklusiven und diversen Lern- und Arbeitsumfelds, und verantwortungsvolle Investitionen. Ausserdem wollen wir Nachhaltigkeit auf dem Campus und darüber hinaus sichtbar machen.

Die Universität St.Gallen hat 2019 den Global Climate Letter for Universities and Colleges unterzeichnet, der Teil der Race to Zero-Kampagne der UNFCCC ist. Auf der Grundlage dieser Verpflichtung wurde ein detaillierter Klimaplan erarbeitet. Dieser beinhaltet zwei Ziele:
Diese Ziele erstrecken sich auf alle Aktivitäten der HSG und sehen die schrittweise Umsetzung verschiedener Massnahmen zur Emissionsminderung vor, wobei den Bereichen Reiseverkehr, Beschaffung, Verpflegung sowie Verbesserungen bei der Treibhausgasbilanzierung besonderes Augenmerk gewidmet wird.
Den eigenen Fussabdruck zu verstehen ist eine wichtige Grundlage, um Umsetzungsprojekte in Richtung Netto-Null Emissionen identifizieren und priorisieren zu können. Die THG-Emissionen der HSG werden auf der Grundlage des GHG Protocol unter Berücksichtigung des operativen Kontrollansatzes erfasst und bilanziert. Der grösste Anteil der Emissionen stammt aus Scope 3 Aktivitäten, wobei der nachgelagerte Transport (studentische Reisen), eingekaufte Güter und Dienstleistungen, sowie Geschäftsreise die grössten Emissionsquellen darstellen. Wie bei jeder THG-Bilanzierung handelt es sich bei den Berechnungen um Näherungswerte, die teilweise auf Annahmen und/oder Schätzungen beruhen. Die THG-Bilanzierung wird jährlich durchgeführt, um die Fortschritte bei der Erreichung unserer Klimaziele zu verfolgen.
Im Einklang mit der Science Based Targets Initiative konzentriert sich unsere Klimastrategie auf die Reduzierung der THG-Emissionen über eine detaillierte Netto-Null Roadmap, welche konkrete Hebel benennt. Diese wurden in enger Zusammenarbeit mit den relevanten Interessengruppen identifiziert, um ihre Machbarkeit, finanzielle Tragfähigkeit und kulturelle Eignung sicherzustellen. Dieser kooperative Ansatz stärkt unsere Fähigkeit, die Massnahmen erfolgreich umzusetzen und unsere Klimaziele zu erreichen.
Seit 2025 hat die Umsetzung der vorrangigen Reduktionsmassnahmen begonnen. Diese wurden anhand ihres Beitrags zu unserem Treibhausgasinventar, ihres Emissionsminderungspotenzials und ihrer Eignung für den spezifischen Kontext der HSG priorisiert:
Da Treibhausgasdaten und -bilanzierung die Grundlage unserer Klimastrategie bilden, betrachten wir auch kontinuierliche Verbesserungen in diesem Bereich als einen wichtigen Hebel. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt «Treibhausgasbilanzierung»
Im Rahmen der detaillierten Netto-Null Roadmap wurden mehrere weiterführende Hebel zur Emissionsminderung identifiziert, die alle THG-Kategorien abdecken. Die Umsetzung dieser Hebel ist nötig, um die Erreichung der HSG Klimaziele sicherzustellen. Sie decken Bereiche wie Ausbildung und Partnerschaften mit anderen Universitäten, Pendeln, Abfall und KI ab.
Seit 2026 wurden schrittweise sechs zusätzliche Hebel umgesetzt, die in drei Hauptschwerpunkte gegliedert sind:
Die folgenden Hebel zielen darauf ab, die oben beschriebenen vorrangigen Reduktionshebel zu vertiefen und zu ergänzen:
Die folgenden Massnahmen befassen sich mit neuen Entwicklungen in Form des sich rasch wandelnden Einsatzes von KI und deren Umweltauswirkungen:
Trotz laufender Reduktionsbemühungen werden Restemissionen bestehen bleiben und müssen durch Emissionszertifikate aus naturbasierten und/oder technologiebasierten Projekten ausgeglichen werden:
Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Qualität unserer Treibhausgasdaten und Bilanzierungsprozesse zu verbessern. Zu diesem Zweck entwickeln wir ein internes, auf maschinellem Lernen basierendes Tool, um die Effizienz und Genauigkeit der THG-Bilanzierung deutlich zu steigern.
Parallel dazu streben wir an, den Anteil aktivitätsbasierter Daten in unserem Treibhausgasinventar zu erhöhen, insbesondere für Scope 3 Kategorie 1 (Eingekaufte Waren und Dienstleistungen) und Kategorie 2 (Kapitalgüter). Dies ermöglicht genauere Emissionsberechnungen und stärkt die Gesamtqualität unseres Treibhausgasinventars.
Die Berichte der Vorjahre können auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden.
Die Steigerung der Energieeffizienz, die Dekarbonisierung der Heiz- und Kühlsysteme sowie die Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien auf dem Campus sind zentrale Ziele unserer Klimaschutzmassnahmen. Die Umstellung auf einen klimafreundlichen Gebäudebetrieb ist ein langfristiges Projekt, das die Universität St.Gallen bereits vor mehr als zehn Jahren gestartet hat.
In dieser Zeit wurden zahlreiche Fortschritte erreicht. Das Team «Bau und Technik» der HSG hat den Energieverbrauch am Campus durch innovative Massnahmen bereits stark optimiert. Konkret konnte der Energieverbrauch seit 2013 um mehr als ein Drittel gesenkt werden, obwohl die Zahl der Studierenden im gleichen Zeitraum um fast 40 % gestiegen ist. Mit ihren Reduktionsmassnahmen hat die HSG die kantonalen Energiereduktionsziele für den Zeitraum 2014-2024 deutlich übertroffen und nimmt damit im Kanton St.Gallen eine Vorreiterrolle unter den Grossverbrauchern ein.
Leuchtturminitiativen sind das neue SQUARE-Gebäude, welches vollständig mit Geothermie beheizt wird, und die verschiedenen PV-Anlagen, die derzeit circa 20 % des jährlichen Strombedarfs des HSG Campus decken.
Als Eigentümer der meisten Gebäude ist der Kanton St.Gallen ein wichtiger Akteur bei allen Infrastrukturvorhaben. Zwei Grossprojekte in den kommenden Jahren werden dazu beitragen, einen klimafreundlicheren Universitätscampus zu gestalten:
An der Universität St.Gallen (HSG) machen sogenannte «nachgelagerte Transportaktivitäten» im Zusammenhang mit dem studentischen Leben, wie z.B. Austauschreisen, Pendelverhalten, sowie Teilnahme an externen Lehrveranstaltungen, mit etwa 40 % einen bedeutenden Teil des CO2-Fussabdrucks der Universität aus. Einen grossen Anteil an diesem Fussabdruck haben Fernreisen für Austauschsemester und externe Kurse, die mit der Rückkehr zum normalen Aktivitätsniveau nach der Pandemie in den letzten Jahren wieder einen Anstieg verzeichneten.
Die Verringerung der nachgelagerten Emissionen ist eine Herausforderung. Nichtsdestotrotz sucht die HSG weiterhin nach Möglichkeiten, diese Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig den Studierenden weiterhin reichhaltige Lernerfahrungen zu ermöglichen. Dies beinhaltet beispielsweise die Studierenden dafür zu sensibilisieren, für den innereuropäischen Austausch klimafreundliche Verkehrsmittel zu wählen. Eine weitere Massnahme umfasst den thematischen Zusatznutzen zu prüfen, wenn ein Kurs im Ausland stattfinden soll.
Gleichzeitig haben wir als Universität die einzigartige Gelegenheit, die Neugier und die Innovationsfreudigkeit unserer Studierenden zu nutzen, um Nachhaltigkeit und Klimaschutz auf dem Campus und in der Region St.Gallen voranzutreiben. Zahlreiche Projekte zur Emissionsreduzierung werden von Studierenden getragen, wie die folgenden Beispiele zeigen:Die Einführung einer Umweltkennzeichnung von Menüs in der Hochschulmensa im Jahr 2024.
Seit 2007 ist die HSG für die naturnahe Gestaltung ihrer Aussenflächen zertifiziert durch die Stiftung Natur & Wirtschaft, welche Natur in Wohngebieten fördert und vorbildliche Flächen- und Umweltplanungen auszeichnet. In den letzten Jahren wurden verschiedene Anstrengungen unternommen, um die Biodiversität auf dem Campus weiter zu erhöhen. Dies umfasst z.B. Fassadenbegrünungen oder den Austausch von nicht einheimischen durch einheimische Pflanzenarten.
Die HSG ist seit 2016 eine Blue University. Im Rahmen dieses Blue Community Engagements fördern wir den Konsum von Leitungswasser und die Anerkennung von Wasser als öffentliches Gut. In den letzten Jahren wurden verschiedene Massnahmen umgesetzt, um den Wasserverbrauch der HSG weiter zu reduzieren und das Bewusstsein für Wasserfragen zu stärken.
Die HSG strebt kreislauffähiges Handeln auf dem Campus an. Unsere Universität verfügt über ein umfassendes Abfallmanagementsystem und misst und recycelt verschiedene Abfallarten. Ausserdem werden alte IT-Geräte und Möbel nach Möglichkeit wiederverwendet oder extern aufbereitet. Dennoch bleibt es eine Herausforderung, Abfälle zu reduzieren und fortgeschrittenere Stufen einer Kreislaufwirtschaft zu erreichen. So hatte beispielsweise ein Pilotprojekt zur Einführung eines Mehrwegbechersystems auf dem Campus leider keinen langfristigen Erfolg.
Chancengleichheit, Diversität und Inklusion sind zentrale Aspekte im Streben der HSG nach Exzellenz, Fairness und Verantwortungsbewusstsein. Wir begreifen Diversität als Chance und Respekt als unabdingbar. Um dies zu gewährleisten, arbeiten spezifische Fachstellen daran, die Universität in dieser Hinsicht weiterzuentwickeln und ein umfassendes Beratungsangebot sicherzustellen.
Die Universität St.Gallen setzt verschiedene Fonds zur finanziellen Unterstützung der Studierenden ein, um den Zugang zu einer qualitativ hochstehenden Ausbildung unabhängig vom finanziellen Hintergrund zu ermöglichen. Die diesbezüglichen Aktivitäten werden von der Beratungsstelle für Studienfinanzierung koordiniert.
Darüber hinaus hat die Universität St.Gallen einen bedeutenden positiven Einfluss auf die umliegende Region. Dazu gehören monetäre und nicht-monetäre Effekte wie positive Kaufkrafteffekte für KMU, Gewerbe, und Tourismus, eine Stärkung des regionalen Arbeitsmarkts sowie Innovationsmöglichkeiten und positive Auswirkungen auf die Wissenslandschaft und die Attraktivität der Region St.Gallen.
Eine nachhaltige Entwicklung umfasst nicht nur operative Massnahmen, sondern auch die Schaffung einer Nachhaltigkeitskultur auf dem Campus. Unsere Universität arbeitet mit verschiedenen Initiativen darauf hin. Dazu gehören die Schaffung eines Bewusstseins für Nachhaltigkeitsthemen und die Erhöhung der Sichtbarkeit bestehender Massnahmen.
Darüber hinaus führt der stark integrative Ansatz unserer Hochschule zu zahlreichen Vernetzungen und Überschneidungen zwischen Lehre, Forschung, studentischem Engagement und dem Campus. Die daraus resultierenden Initiativen zur Umsetzung der Nachhaltigkeit auf dem Campus machen unseren Campus zu einem Living Lab, in dem Lernerfahrungen und Nachhaltigkeitsinnovationen zusammenkommen. So haben beispielsweise Studierende des Masterstudiengangs Managing Climate Solution erfolgreich Campus-Projekte wie die durch Crowdfunding finanzierte PV-Anlage auf dem Sporthallendach oder die Klimatreppe initiiert. Das co-curriculare Engagement der Studierenden ist eine weitere Quelle in diesem Bereich, mit zahlreichen erfolgreichen Umsetzungsprojekten im Laufe der Jahre.