Campus - 17.09.2026 - 13:00
Die HSG hat 2019 den Global Climate Letter for Universities and Colleges unterzeichnet, der Teil der damaligen UNFCCC Race to Zero-Kampagne war. Auf dieser Grundlage erarbeitete die Universität einen detaillierten Klimaplan, der die ursprüngliche Verpflichtung konkretisiert und mit spezifischen Massnahmen unterlegt.
Um dieser ambitionierten Verpflichtung nachzukommen, hat das Rektorat entschieden, dass Netto-Null für die direkten betrieblichen Emissionen bis 2030 sowie eine Reduktion sämtlicher Emissionen um 25 Prozent bis 2030 gegenüber dem Basisjahr 2019 angestrebt werden. Für Letzteres konzentriert sich die HSG auf Massnahmen in den Bereichen Mobilität, Beschaffung und Verpflegung. Die Spezifizierung schafft damit Klarheit über die bereits bestehenden Ambitionen.
«Die HSG hat ihre Emissionen seit 2019 bereits messbar reduziert. Mit der nächsten Etappe der Net Zero Roadmap gehen wir diesen Weg weiter. Als Universität wollen wir einen Beitrag leisten zu Lösungen für die grossen Herausforderungen in Wirtschaft und Gesellschaft», sagt Prof. Manuel Ammann, Rektor der Universität St.Gallen.
Für die Umsetzungsphase bis Ende 2028 soll an den priorisierten Hebeln in den Bereichen «Reisen», «Beschaffung» und «Verpflegung» weitergearbeitet und die Datengrundlagen für die Treibhausgasbilanzierung verbessert werden. Ergänzend rücken begleitende Massnahmen in weiteren Emissionskategorien in den Fokus. Dazu gehören etwa die Erhöhung der Flächeneffizienz in der Gebäudenutzung oder das Pendelverhalten von Studierenden und Mitarbeitenden, aber auch die Berücksichtigung aktueller Entwicklungen wie die zunehmende Nutzung von KI.
«Klare und messbare Klimaziele sind entscheidend, um gemeinsame Massnahmen zur Bewältigung grosser gesellschaftlicher Herausforderungen zu koordinieren. Zudem sichern wir damit die langfristige Führungsrolle der HSG als verantwortungsbewusste und resiliente Universität in einer sich rasch wandelnden Welt. Der gemeinsam erzielte Fortschritt der letzten Jahre zeigt, dass sich unser Ansatz auszahlt – dennoch bleibt noch viel zu tun, um unsere Klimaziele zu erreichen», sagt Prof. Judith Walls, Delegierte des Rektors für Verantwortung und Nachhaltigkeit.
Auf dem Weg zu Netto-Null-Emissionen lassen sich dabei bereits konkrete Erfolge aufzeigen: 2025 lagen die Gesamtemissionen der HSG rund 10 Prozent unter dem Niveau des Basisjahrs 2019. Bezogen auf die Emissionsintensität pro Person (Studierende und Mitarbeitende) entspricht dies sogar einem Rückgang von gut 20 Prozent. Dies zeigt, dass die HSG trotz des Wachstums der letzten Jahre spürbar effizienter geworden ist.
«Wir setzen bei unserer Klimastrategie bewusst nicht auf starre Vorgaben, sondern auf die unternehmerische Energie und Innovationskraft, die die HSG auszeichnen. Das ist mir wichtig, denn mit dem nötigen Freiraum für eigene Lösungen entstehen bei Studierenden, Dozierenden und Mitarbeitenden die kreativsten und wirkungsvollsten Beiträge», Prof. Dietmar Grichnik, Prorektor Innovation & Qualität.
Bei den direkten betrieblichen Emissionen konnte der Energieverbrauch der Campusliegenschaften im Zeitraum 2014 bis 2024 um mehr als ein Drittel gesenkt werden, obwohl die Zahl der Studierenden im gleichen Zeitraum um fast 40 Prozent gestiegen ist. Damit nimmt die Universität unter den kantonalen Grossverbrauchern eine Vorreiterrolle ein. Gleichzeitig produziert die HSG mit mittlerweile fünf Solaranlagen auf dem Campus einen wachsenden Teil ihres Strombedarfs selbst. An Spitzentagen sind das bis zu 20 Prozent des Verbrauchs auf dem Hauptcampus. bis zu 20 Prozent des Verbrauchs auf dem Hauptcampus.
Fortschritte zeigen sich auch bei Emissionen, die ausserhalb des direkten Einflussbereichs der HSG entstehen, etwa in der Beschaffung oder durch die Mobilität von Studierenden und Mitarbeitenden. So sind Emissionen aus eingekauften Gütern und Dienstleistungen sowie aus Investitionsgütern zwischen 2024 und 2025 um 21.6 Prozent zurückgegangen. Und obwohl Emissionen aus der Mobilität immer noch der grösste Einzelfaktor in dieser Kategorie sind, konnten die Emissionen aus Geschäftsreisen im Vergleich zu 2024 etwas gesenkt werden.
Auch baulich verfolgt die HSG ihre Klimaziele konsequent. In enger Zusammenarbeit mit dem Kanton St.Gallen als Eigentümer der Campusliegenschaften wird die bisherige fossile Wärme- und Kälteversorgung schrittweise durch ein System mit Erdsonden und Wärmepumpen ersetzt. Ausserdem setzt der neue Campus Platztor mit dem Konzept «Tsumiki» bereits in der Planung auf nachhaltiges Bauen und soll zum Vorbild für Bauprojekte im postfossilen Zeitalter werden.
Der Nachhaltigkeitsbericht sowie der Treibhausgasbericht der HSG bieten Einblicke in weitere Massnahmen und Details.
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