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Forschung - 30.03.2021 - 00:00

Selbstreflexionen aus dem Lockdown

Ein Lockdown bietet auch Gelegenheit über sich und das Leben nachzudenken. Was dabei hierzulande bei vielen Menschen herausgekommen ist, hat das Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement der HSG (MCM-HSG) nach der ersten Coronawelle untersucht.

 

30. März 2021. Passt mein Job überhaupt zu mir? Was fehlt mir im Leben? Was erfüllt mich wirklich? Während eines Lockdowns sind die Möglichkeiten für das Leben im Aussen eingeschränkt, was die Menschen auf sich selber zurückwirft. Es bleibt mehr Zeit, über das eigene Leben zu reflektieren und allenfalls neue Pläne zu schmieden. Das MCM-HSG hat zwischen September und Oktober letzten Jahres 269 Menschen (Soziodemographische Daten siehe Box) über die Zeit des ersten Lockdowns und ihre Haltung zu ihrem Leben befragt.

Wenig verwirklichte Wünsche

Eines vorweg: Die an der nicht repräsentativen Umfrage Teilnehmenden schienen ziemlich glücklich zu sein: Auf 73.6 Prozent trifft die Aussage „Ich bin mit meinem Leben zufrieden.“ zumindest eher zu. Dennoch schien das Bedürfnis nach Veränderung im Leben der Befragten präsent zu sein. So wurde der Lockdown von jeder vierten Person dazu genutzt, über das eigene Berufsleben zu reflektieren. Nur rund 6 Prozent nutzten die Zeit dann aber auch gleich, um sich einen lang ersehnten Wunsch zu erfüllen. Viele gingen stattdessen vermehrt in die Natur (58 Prozent), trieben mehr Sport (39 Prozent) und unternahmen mehr mit ihren Familien (42 Prozent).

Viele wollen sich beruflich neu orientieren

Fast jede/r Dritte scheint mit der aktuellen beruflichen Situation zumindest nicht vollkommen glücklich zu sein und würde sich gerne neu orientieren (30 Prozent). Daneben nannte die Mehrheit als Veränderungsbedürfnis, den eigenen Körper in Form bringen zu wollen (57 Prozent) und viele möchten ein neues Hobby etablieren (39 Prozent).
 

Der erste Lockdown führte auch dazu, dass die Befragten neue Dinge über sich selber erfahren haben. Häufig wurde etwa festgestellt, dass man eigentlich viel geselliger ist, als gedacht (44 Prozent). Aber nur gerade 14 Prozent konnten ein neues kreatives Talent bei sich entdecken. 60 Prozent waren auch etwas überfordert mit der Regelung des neuen Alltags und gaben an, kein/e gute/r Selbstorganisator/in zu sein.

Grosses Bedürfnis nach Freiräumen

Um den für Veränderung nötigen Freiraum zu schaffen, wünschen sich 76% der Befragten eine längere (mehrmonatige) Auszeit oder ein Sabbatical, 40% der Befragten sogar sehr. Dabei wollen die Befragten vor allem Reisen, ein Hobby intensivieren oder ein persönliches Projekt (endlich) in Angriff nehmen und realisieren. Ein paar inspirierende Beispiele sind: eine lange Motorradreise, ein Buch schreiben, Ausbildung zur Maltherapeutin, mit dem Van durch Skandinavien und zum Nordpol, Wohnung/Haus aufräumen, zwei Monate in den Bergen nichts tun, arabisch lernen, aus der Tretmühle raus und die eigenen Gedanken zu Papier bringen.

Mit Life Design mehr Lebenszufriedenheit erlangen

Für viele Menschen ist es schwierig, herauszufinden, was sie genau aus ihrem Leben machen wollen. Zwei Forschende der HSG haben eine Methode entwickelt, die einem dabei helfen kann: Life Design ist eine Kombination aus Erkenntnissen der positiven Psychologie, der Verhaltenswissenschaften und aus dem Design-Thinking. Mehr dazu erfahren Sie im Video oder unter diesem Link: https://www.lifedesignlab.ch/

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Viele Menschen haben Mühe damit, herauszufinden, was sie genau aus ihrem Leben machen wollen. Zwei Forscher der HSG haben eine Methode entwickelt, die einem dabei helfen kann: Life Design ist eine Kombination aus Erkenntnissen der positiven Psychologie, der Verhaltenswissenschaften und aus dem Design-Thinking.

 

 

Sozidemographische Daten der Befragten

Das Untersuchungssample ist nicht repräsentativ für die Schweizer Bevölkerung.
Selbstreflexionen aus dem LockdownSelbstreflexionen aus dem LockdownSelbstreflexionen aus dem Lockdown

Bild: Adobe Stock / pathdoc

 

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