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Campus - 18.09.2016 - 00:00 

68 neue Doktorinnen und Doktoren

Am 19. September 2016 hat die Universität St.Gallen (HSG) 68 Doktorate verliehen. Rektor Thomas Bieger sprach in seiner Rede darüber, warum nur neue Fragen und nicht gute Antworten eine Wirkung auf den Menschen erzielen.

19. September 2016. Im Rahmen der Promotionsfeier verlieh Rektor Thomas Bieger 68 Urkunden: 

  • 46 wirtschaftswissenschaftliche,
  • neun sozialwissenschaftliche,
  • vier rechtswissenschaftliche,
  • drei staatswissenschaftliche,
  • fünf Doctor of Philosophy in Economics and Finance sowie
  • ein Doctor of Philosophy in Finance.

Neue Fragen stellen

Thomas Bieger hat die Doktorinnen und Doktoren in seiner Rede daran erinnert, dass nicht gute Antworten, sondern vor allem neue Fragen auf die Gesellschaft einwirken können. Denn im Gegensatz zu den Naturwissenschaften – in der die Entwicklung laufend weiter gehe – sei der Mensch und damit die Gesellschaft immer wieder durch die gleichen Grundfragen und Ängste geprägt, in immer neuen Kontexten. Entsprechend blieben auch die Grundfragen in der sozialwissenschaftlichen Forschung oft dieselben.

Eine Fähigkeit, die die Doktoranden in ihrer Ausbildung erlernt haben und die oft unterschätzt werde, ist die Fähigkeit, gute, differenzierte Fragen zu stellen: Ein allgemeines Interesse in und an einem Fachgebiet auf eine Forschungsfrage eingrenzen, diese in Teilfragen gliedern, diese hinterfragen und Subfragen stellen, um diese dann zu erforschen. Diese Fähigkeit werden die Doktoranden nicht nur in der Führung von akademischen Personal auszeichnen. «Sie ist auch von gesellschaftlicher Bedeutung», sagte Bieger. «Denn nur neue Fragen, oder mindestens die alten Fragen aus seiner neuen Perspektive zu stellen, bringt das Denken der Menschen und damit Gesellschaften weiter.»

Erfahrungen nach dem Doktorat

In einem Grusswort der HSG-Alumna schildert Prof. Dr. Simone Westerfeld, Konzern-CFO der Basler Kantonalbank und Titularprofessorin der Universität St.Gallen, ihre Erfahrungen nach dem Doktorat an der HSG und beleuchtet dabei drei Schwerpunkte: Zum einen ermögliche das Dissertationsstudium Exzellenz in einem Fachgebiet und auf methodischer Seite – beides sei für den beruflichen Werdegang essentiell. Neben der Exzellenz sei aber auch ein gesunder Pragmatismus und eine grosse Portion Flexibilität gefordert, um beruflich nachhaltig erfolgreich zu sein und Erfüllung im beruflichen und privaten Leben zu finden. Insbesondere in Zeiten des Umbruchs und der Unsicherheit, wie sie unter anderem in der Finanzbranche anzutreffen seien, sei diese Fähigkeit gefordert, um die nötige Widerstandskraft gegen andauernde Veränderungen aufzubringen.

Sechs Preise verliehen

An der Promotionsfeier wurden zwei Doktorinnen und vier Doktoren ausgezeichnet. Eine Doktorin und zwei Doktoren erhielten den Walther-Hug-Preis für die beste juristische Dissertation an Schweizerischen Universitäten: Melinda Lohmann für ihre Dissertation «Automatisierte Fahrzeuge im Lichte des Schweizer Zulassungs- und Haftungsrechts»; Adrian Rothenberger für seine Dissertation «Das Spannungsverhältnis von Überentschädigungsverbot und Kongruenzgrundsatz» sowie David Rechsteiner. Rechsteiner ist für seine Dissertation «Recht in besonderen und ausserordentlichen Lagen – unter Berücksichtigung des Rechts bei Katastrophen» zusätzlich mit dem Walther-Hug-Preis St.Gallen sowie mit dem Rudolf-Mäder-Preis für das beste rechtswissenschaftliche bzw. staatswissenschaftliche Doktorat ausgezeichnet worden.

Nina Kruse erhielt für ihre Dissertation «Tensions in the management control of innovative projects» den Dr.-Peter-Werhahn-Preis für herausragende wissenschaftliche Arbeiten aus den Bereichen Betriebswirtschaftslehre und Wissenschaftstheorie. Tobias Kowatsch wurde mit dem Amicitia-Preis für das beste wirtschaftswissenschaftliche Doktorat an der Universität St.Gallen ausgezeichnet. Er schrieb seine Dissertation zum Thema «Emotions in Ubiquitous Information Systems: An Empirical Investigation of Electrodermal Activity and Its Relation to Service Breakdowns, Perceived Ease of Use, and Task Performance». Den Preis für die beste Dissertation im Ph.D.-Programm Economics and Finance durfte Stefan Legge entgegennehmen. Seine Dissertation: «Essays on the Distribution of Income, Attention, and Rewards». Lohmann und Rechsteiner erhielten ihre Doktorurkunden bereits im Februar, Rothenberger seine im September 2015. Die Preise werden einmal im Jahr, im September, verliehen.

Die Feier wurde von der Band Amplify musikalisch umrahmt.

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