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Forschung - 07.10.2026 - 09:30 

SNF fördert HSG-Forschung zur Wachstumsfinanzierung

Junge Unternehmen brauchen Kapital, um zu wachsen. Ein vom Schweizerischen Nationalfonds gefördertes HSG-Projekt untersucht, wie spezielle Börsensegmente den Zugang zu Finanzierung erleichtern und welche Folgen solche Börsengänge für Jungunternehmen und Gründungsökosysteme haben.

Wenn junge Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit ausweiten, stehen sie häufig vor einer Finanzierungslücke. Diese kann verhindern, dass sie international expandieren, in Innovationen investieren oder an ihrem bisherigen Standort bleiben. Ein neues Forschungsprojekt der Universität St.Gallen (HSG) untersucht, welche Rolle sogenannte «Junior Stock Exchanges» dabei spielen können, diese Finanzierungslücke zu überbrücken. Diese Börsensegmente sollen jüngeren, kleineren und innovativen Unternehmen den Zugang zum öffentlichen Kapitalmarkt erleichtern. 

Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) unterstützt das Projekt «Bridging the Scale-up Funding Gap: The Design, Attractiveness, and Outcomes of Junior Stock Exchange Markets» mit etwa 400’000.00 Schweizer Franken. Es läuft über den dreijährigen Zeitraum von Januar 2027 bis Dezember 2029 und umfasst zwei Doktoratsstellen. Verantwortlich sind Prof. Dr. Petrit Ademi, Assistenzprofessor für Entrepreneurial Finance, und Prof. Dr. Dietmar Grichnik, Professor für Entrepreneurship und Technologiemanagement, sowie Prorektor für Innovation und Qualität an der HSG. 

Finanzierung in der Scale-up-Phase 

Das Projekt setzt bei der sog. Scale-up-Phase an: dem Entwicklungsabschnitt, in dem junge Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit deutlich ausweiten. Die Finanzierungslücke in dieser Phase wird in der Forschung auch als «second valley of death» bezeichnet. Nach den ersten Entwicklungsschritten fehlt den Unternehmen häufig das Kapital für weiteres substanzielles Wachstum. 

Junior Stock Exchanges sind ein möglicher Finanzierungsweg. Sie richten sich unter anderem an wachstumsstarke Jungunternehmen sowie kleine und mittlere Unternehmen. Niedrigere Eintrittshürden und weniger strenge Zulassungsbedingungen schaffen Voraussetzungen für einen früheren Börsengang. Wie diese Märkte gestaltet sein müssen, um Jungunternehmen und Anlegende anzusprechen, ist jedoch noch wenig erforscht. 

In den vergangenen Jahrzehnten entstanden weltweit über 100 solcher Börsensegmente in mehr als 50 Ländern. Sie ermöglichten Tausende von Börsengängen. Beispielsweise lancierte die Schweizer Börse SIX das Segment «Sparks» im Jahr 2021. Wie solche Börsensegmente innovativen Jungunternehmen den Weg an den Kapitalmarkt ebnen, zeigt etwa das französische KI-Unternehmen «LightOn»: Es ging 2024 an die Junior-Börse «Euronext Growth» und war damit der erste Börsengang eines Unternehmens für generative KI in Europa. 

Der Börsengang im Gesamtblick 

Das HSG-Projekt verfolgt den gesamten Weg von Jungunternehmen an Junior Stock Exchanges, von der Entstehung dieser Börsensegmente bis zu den Folgen solcher Börsengänge. Die Forschenden untersuchen, wie sich diese Märkte weltweit entwickelt haben und welchen Platz sie neben anderen Finanzierungswegen einnehmen. Zudem gehen sie der Frage nach, wie Unternehmerinnen und Unternehmer die Attraktivität eines solchen Börsengangs einschätzen und welche Rolle Zulassungsanforderungen und Vorgaben zur Unternehmensführung dabei spielen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt darauf, wie Unternehmen ihre Wachstumsperspektiven darstellen und wie private Anlegende auf solche «Wachstumsnarrative» reagieren. Schliesslich wird untersucht, wie sich die Unternehmen nach dem Börsengang entwickeln und welche Implikationen sich daraus für das Gründungsökosystem in ihrem Umfeld ergeben. 

Orientierung für Forschung und Praxis 

Das Projekt wird zeigen, wie die Gestaltung dieser Börsensegmente, die Entscheidungen von Jungunternehmen und Anlegenden sowie die längerfristigen Folgen zusammenwirken. Die Ergebnisse sollen auch der Politik und weiteren beteiligten Akteuren Orientierung geben. Ziel ist es, besser zu verstehen, ob und unter welchen Bedingungen Junior Stock Exchanges die Finanzierungslücke wachstumsstarker Jungunternehmen überbrücken können.

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