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Willkommensbotschaft der Delegierten für Verantwortung & Nachhaltigkeit

Die letzten elf Jahre waren die elf wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Wissenschaft ist sich einig, dass die derzeitigen Anstrengungen nicht ausreichen, um die durch die Menschheit verursachte globale Erwärmung in naher Zukunft zu stoppen. Die Folgen sind bereits heute sichtbar: Hier in der Schweiz äussern sie sich in Form von häufigeren und intensiveren Extremwetterereignissen und einer drastisch beschleunigten Gletscherschmelze, gleichzeitig haben viele Teile Europas mit Waldbränden und Dürren zu kämpfen.

Aus einer breiteren Perspektive betrachtet, hat die Menschheit inzwischen sieben von neun ökologischen Belastungsgrenzen überschritten und gefährdet damit die stabilen Bedingungen, die das Überleben und den Wohlstand der Menschheit auf unserer Erde sichern. In diesem Zusammenhang macht der Global Risk Report des Weltwirtschaftsforums immer wieder deutlich, dass die dringlichsten langfristigen Herausforderungen für die Wirtschaft auf fehlende Nachhaltigkeit zurückzuführen sind. Dies wird von Investmentbanken und Versicherungsgesellschaften bestätigt, die davor warnen, dass unser Wirtschaftssystem durch physische Klimarisiken erheblich gefährdet wird.

Dennoch gibt es Grund zur Hoffnung. Viele Unternehmen treiben ihre Nachhaltigkeitsbemühungen voran, selbst inmitten globaler politischer Unsicherheit. Die wissenschaftliche Forschung zu den nötigen Lösungsansätzen ist eindeutig – und als Wirtschaftsuniversität kommt uns eine wichtige Rolle dabei zu, wenn es darum geht, diese Erkenntnisse in konkrete Konzepte für Unternehmen umzusetzen und künftige Führungskräfte auszubilden.

Zahlreiche Entwicklungen in allen Bereichen unserer Strategie

An der HSG setzen wir unsere Nachhaltigkeitsstrategie um. Diese integriert ökologische, soziale und wirtschaftliche Dimensionen und setzt drei übergeordnete Ziele:

  1. unsere Studierenden darauf vorbereiten, Führungsverantwortung bei der Bewältigung der grossen gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit zu übernehmen;
  2. selbst mit gutem Beispiel vorangehen (inkl. Netto-Null bis 2030 und Bereitstellung eines inklusiven und diversen Lern- und Arbeitsumfelds);
  3. Wissensaustausch und Zusammenarbeit fördern, um gemeinschaftlich positive Wirkung auf die Gesellschaft und Umwelt zu erzeugen.

 

In der Lehre bauen wir unsere nachhaltigkeitsbezogenen Angebote weiter aus. Im Jahr 2025 startete das neue Master-Zertifikat «Global Sustainability Management» (GSM). Das GSM-Zertifikat wird im Rahmen der Engage.EU-Allianz mit führenden europäischen Universitäten aus den Bereichen Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft und Sozialwissenschaften gemeinsam gestaltet, was das Programm in Europa einzigartig macht. Dieses Angebot ergänzt bestehende Initiativen, namentlich das Bachelor-Zertifikats «Integrative Sustainability Management» (SuM) und das Master-Zertifikat «Managing Climate Solutions» (MaCS). In diesen beiden etablierten Programmen haben die Studierenden erneut wirkungsvolle Projekte zur Förderung von Nachhaltigkeit auf dem Campus und in der Region St.Gallen umgesetzt. Im Bereich der Weiterbildung bieten wir zudem mehrere Kurse unter anderem zu den Themen erneuerbare Energien, unternehmerische Nachhaltigkeitsinnovationen und Impact Investing an. Auch innerhalb zahlreicher studentischer Vereine treiben tatkräftige Studierende eine Vielzahl von Nachhaltigkeitsinitiativen neben dem Studium voran.

Im Bereich der Forschung haben unsere Forschenden eine Vielzahl an Projekten an der Schnittstelle zwischen Nachhaltigkeit, Wirtschaft und Gesellschaft durchgeführt. Die HSG Impact Awards zeigen diese Vielfalt auf, während neue hochkarätige Projekte – wie das neu fusionierte Institute of Responsible Innovation, Sustainability and Energy (RISE) und das neu gegründete Competence Center for Sustainable Finance and Private Wealth (CCSP)  – unsere wachsende Führungsrolle in der Forschung widerspiegeln. Zudem befasst sich rund die Hälfte der im Jahr 2025 durch HSG-Forschende in wissenschaftlichen Zeitschriften der renommierten FT50-Liste veröffentlichten Fachartikel direkt mit Themen rund um Nachhaltigkeit.

Viele Forschungsprojekte basieren auf für beide Seiten vorteilhaften Kooperationen mit Partner:innen aus Wirtschaft und Gesellschaft. Zudem entstehen im Umfeld der HSG zahlreiche unternehmerische Initiativen, die konkrete Lösungen für eine bessere Zukunft entwickeln. So beispielsweise die Start-ups fortyfour und ZoneIn. Die beiden Champions aus dem neu lancierten «HSG Best Founders»Programm arbeiten an innovativen Ansätzen zur Weiterentwicklung der CO₂-Abscheidung bzw. zur Verbesserung der psychischen Gesundheit. Darüber hinaus wurde das etablierte HSG-Start-up Planted vom US-Magazin «Time» zum weltweit führenden Foodtech-Unternehmen des Jahres 2025 gekürt.

Um das gesellschaftliche Engagement der HSG weiter zu stärken, hat das St.Gallen Transformation Lab seine Aktivitäten ausgeweitet. Diese zielen darauf ab, durch sektorübergreifende Zusammenarbeit regionale Innovation und Nachhaltigkeit zu fördern. Dies spiegelt unsere Überzeugung wider, dass Hochschulen nicht nur Wissen generieren, sondern auch als Katalysatoren für Veränderungen in der realen Welt dienen müssen.

Schliesslich haben wir auch unsere Bemühungen zur Stärkung der Nachhaltigkeit auf dem Campus fortgesetzt. Der CO₂-Fussabdruck der HSG ist im Vergleich zum Basisjahr 2019 um rund 10 Prozent gesunken, trotz steigender Studierendenzahlen. Um den Klimaschutz weiter zu stärken, haben wir einen Netto-Null-Fahrplan fertiggestellt, in dem dargelegt wird, wie die Universität bei den betrieblichen Kernemissionen (Scope 1 und 2) auf das Netto-Null-Ziel bis 2030 sowie in allen Bereichen (Scope 1-3) auf eine Reduktion um 25 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2019 hinarbeitet. Akademische Reisen, Beschaffung und Verpflegung sind dabei vorrangige Ansatzpunkte. Insbesondere akademische Reisen sind ein Bereich, der innovative Lösungen erfordert: Diese machen einen erheblichen Anteil unseres CO₂-Fussabdrucks aus, gleichzeitig ist jedoch die interkulturelle Erfahrung eines Auslandssemesters für unsere Studierenden von unschätzbarem Wert, ebenso wie internationale Konferenzreisen für Nachwuchsforschende. Um diese wichtigen Erfahrungen nicht zu beeinträchtigen, erkunden wir gezielte Massnahmen in diesem Handlungsbereich.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass im vergangenen Jahr erneut bedeutende Erfolge erzielt wurden. Dieser Bericht bietet einen Einblick in die Geschichten und Entwicklungen, die dahinterstehen. Gleichzeitig erinnert uns der Zustand unseres Planeten daran, dass noch viel zu tun bleibt – und zwar dringend. An der HSG haben wir selbst noch nicht alle Antworten, aber wir setzen uns weiterhin dafür ein, innovative Lösungen in allen Bereichen unserer Strategie voranzutreiben – und damit sicherzustellen, dass die Wirtschaft Teil der Lösung wird. All dies wäre ohne das Engagement unserer internen und externen Partner:innen nicht möglich, denen ich meinen herzlichen Dank ausspreche. Ich freue mich darauf, diese wichtige Arbeit gemeinsam fortzusetzen.

Prof. Dr. Judith L. Walls
Delegierte für Verantwortung und Nachhaltigkeit
Universität St.Gallen (HSG)

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