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Projektbericht der Schoggitaler

Kurzüberblick über Inhalt und Ziel des Projekts

Unser Capstone-Projekt entstand in Zusammenarbeit mit dem Schoggitaler, einer traditionsreichen Schweizer Spendenaktion mit hoher Bekanntheit, aber rückläufigen Verkaufszahlen. Ausgangspunkt war die Frage, wie eine historisch starke Marke mit klarer gesellschaftlicher Mission in einem zunehmend digitalen und wettbewerbsintensiven Spendenumfeld zukunftsfähig weiterentwickelt werden kann.
Ziel unseres Projekts war es, eine umsetzbare, end-to-end Strategie zu entwickeln, um den Schoggitaler im Spendenmarkt neu zu positionieren, die Marke behutsam zu modernisieren und die starke Abhängigkeit vom klassischen Schulverkauf zu reduzieren. Dabei wollten wir den Traditionskern (Swissness, Gemeinschaft und Nachhaltigkeit) bewusst erhalten und gleichzeitig neue digitale und vertriebsbezogene Ansätze integrieren, damit die Marke wieder an Relevanz gewinnt. Methodisch arbeiteten wir mit Marktanalysen, Umfragen, Interviews und Experteninputs und leiteten daraus konkrete Produkt-, Vertriebs- und Innovationsvorschläge ab.

Zentrale Herausforderungen während der Umsetzung

Eine zentrale Herausforderung war die Verbindung von strategischer Analyse und praktischer
Umsetzbarkeit. Viele Innovationsideen klingen überzeugend, müssen sich jedoch an
Ressourcen, regulatorischen Rahmenbedingungen und operativen Realitäten messen lassen,
insbesondere im NGO- und Spendenkontext.
Methodisch anspruchsvoll war zudem die Kombination verschiedener Datenquellen:
Marktumfrage, Experteninterviews, interne Unternehmensdaten und Trendanalysen mussten
konsistent zusammengeführt werden. Organisatorisch spielte die enge Abstimmung im Team
sowie mit der Praxispartnerin eine grosse Rolle. Unterschiedliche Perspektiven, Prioritäten und
Unsicherheiten mussten offen angesprochen und strukturiert gelöst werden.
Rückblickend war gerade diese kritische Reflexionsarbeit wertvoll: Annahmen hinterfragen,
Hypothesen verwerfen und Konzepte iterativ schärfen (App Idee), statt vorschnell an einer
„schönen“ Lösung (z.B. Schoggitaler Museum) festzuhalten.

Entwicklung und Wirkung des Projekts nach dem Abschluss

Unser Projekt wurde bewusst nicht als reine Zukunftsvision formuliert, sondern als konkreter,
schrittweise umsetzbarer Leitfaden. Statt eines abstrakten Zielbilds entwickelten wir eine
strukturierte Roadmap mit priorisierten Massnahmen, von Transparenz in der Spendenwirkung
über neue Vertriebskanäle bis hin zu einem digitalen Ökosystem rund um den Schoggitaler, in
Form einer App.
Der Nutzen liegt insbesondere in der direkten Anwendbarkeit: Die Strategie kann modular
umgesetzt werden und erlaubt es der Organisation, einzelne Bausteine abhängig von Budget
und Kapazität zu realisieren. Damit wirkt das Projekt nicht nur als Analyse, sondern als
Entscheidungsgrundlage und Handlungsplan für die nächsten Entwicklungsschritte.
Zentrale Ergebnisse oder Learnings, die besonders relevant geblieben sind
Ein zentrales Learning war, wie wichtig konkrete, umsetzbare Schritte gegenüber grossen
Zukunftsbildern sind. Strategien entfalten nur dann Wirkung, wenn sie operationalisiert werden
können. Deshalb haben wir bewusst einen Step-by-Step-Guide entwickelt statt einer reinen
Vision.
Weitere wichtige Erkenntnisse waren:
• Hohe Markenbekanntheit führt nicht automatisch zu Handlung, Conversion braucht
Einfachheit und Vertrauen
• Transparenz über Wirkung ist im Spendenmarkt ein entscheidender Erfolgsfakto
• Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern muss klaren Mehrwert für Nutzer:innen
schaffen
• Vertrieb und Zugänglichkeit können wichtiger sein als Produktoptimierung im engeren
Sinn

Bedeutung des Projekts für eure persönliche oder berufliche Entwicklung

Für unsere persönliche Entwicklung war das Projekt besonders prägend, weil es echte
Teamarbeit unter realen Bedingungen erforderte. Wir haben gelernt, Ideen früh zu teilen,
gemeinsam weiterzuentwickeln und auch Unsicherheiten offen anzusprechen. Gute Lösungen
entstanden meist nicht individuell, sondern kollaborativ.
Zudem wurde deutlich, wie wichtig klares Expectation Management, Zieldefinition und
saubere Rollenverteilung basierend auf Skills sind. Der gemeinsame Fokus auf ein reales
Praxisproblem und nicht nur auf eine akademische Aufgabe hat unsere Arbeitsweise stark
professionalisiert. Die Anerkennung durch den Capstone Award hat zusätzlich gezeigt, dass
praxisnahe, strukturierte und mutige Konzepte Wirkung entfalten können.

Ein kurzer Impuls oder Ratschlag für heutige Studierende, die an einem ähnlichen
Projekt arbeiten

Seid von Beginn an ehrlich im Expectation Management, im Team und gegenüber
Praxispartnern. Schafft eine sichere Teamkultur, in der man unfertige Ideen teilen und Kritik
ansprechen kann. Genau dort entstehen die besten Lösungen.
Behandelt das Projekt nicht nur als Uni-Arbeit, sondern als Real-Life-Case. Ihr könnt echten
Impact erzeugen und einer Organisation konkret helfen. Und: Habt Freude am Prozess. Die
Lernkurve entsteht nicht nur durch Resultate, sondern durch Diskussionen, Umwege und
Iterationen.

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