Meinungen - 08.07.2026 - 10:00
Die Versicherungsregulierung in der DACH-Region hat in den vergangenen Jahren stark an Umfang, technischer Detailtiefe und thematischer Breite gewonnen. Neue Anforderungen zu Solvenz, Governance, Datenschutz, Nachhaltigkeit und Digitalisierung haben den Aufsichtsrahmen tiefgreifend verändert.
Die aktuelle Studie «Wirksamkeit und Effizienz der Versicherungsregulierung in der deutschsprachigen Assekuranz» von Prof. Dr. Martin Eling von der Universität St.Gallen und Davide Oertle zeigt: Die Herausforderungen für die Zukunft liegen weniger in den Regulierungszielen als in der praktischen Umsetzung. Das gilt vor allem dort, wo formale Anforderungen wachsen, ohne dass ihr zusätzlicher Nutzen aus Sicht der Unternehmen in gleicher Weise erkennbar ist. Folgende Feststellungen sind im Rahmen der Analyse hervorzuheben:
Die Studie richtet sich an Aufsichtsbehörden, Versicherungsunternehmen und den Gesetzgeber mit dem Ziel, einen faktenbasierten und konstruktiven Dialog zu fördern, der Regulierung wirksamer und effizienter macht. In diesem Sinne werden drei Empfehlungen formuliert:
«Unsere Ergebnisse sprechen nicht für weniger Regulierung, sondern für bessere Regulierung: risikobasiert, proportional und im Vollzug weniger formalistisch», sagt Martin Eling, Direktor des Instituts für Versicherungswirtschaft der Universität St.Gallen. «Gerade die Schweiz hat hier eine gute Ausgangslage – sie muss ihre Stärken jetzt konsequent in der Praxis sichtbar machen.»
Die Studie untersucht die Wirksamkeit und Effizienz der Versicherungsregulierung in Deutschland, Österreich und der Schweiz seit 2014. Sie verbindet einen strukturierten Bewertungsrahmen zu Wirksamkeit, Proportionalität, Transparenz, Vollzug und ex-post-Lernen mit einer breit angelegten Branchenbefragung und einem systematischen Ländervergleich.
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