close

Campus - 12.10.2026 - 08:00 

Startup Iron Energy startet durch – auch dank HSG-Netzwerk

Das Startup Iron Energy AG entwickelt nachhaltige saisonale Energiespeicher. Nun baut das Startup mit ETH- und HSG-Hintergrund erste grosse Anlagen in der Schweiz, unterstützt von der Fischer Rohrleitungsbau AG. Die Vernetzung der beiden Unternehmen passierte an der HSG. 
Das Team des Startups Iron Energy mit den beiden Gründern Samuel Heiniger (Mitte links) und Daniel Bloch (Mitte rechts).

Das Jungunternehmen Iron Energy AG hat eine Lösung entwickelt, mit der Energie langfristig in Eisen gespeichert werden kann (genaue Erklärung des Vorgehens hier). So kann Strom aus PV-Anlagen, der im Sommer im Überschuss zur Verfügung steht, in den Speichertanks mit Eisen langfristig gespeichert und im Winter genutzt werden. Die Speicher benötigen 8-Mal weniger Platz als Li-Ionen-Batterien. Das Speichermedium Eisen ist zudem günstig und gut verfügbar. 

Nach jahrelangem Tüfteln geht das Startup, das von ETH-Absolvent Dr. Samuel Heiniger und HSG-Absolvent Daniel Bloch gegründet wurde, nun in die Umsetzung: Ab 2028 soll der Bau der bis anhin grössten «Batterie» (nach Energiekapazität) der Schweiz in Bern starten. Der Speicher mit 3 GWh Kapazität wird laut Plan ab 2028 ein Rechenzentrum versorgen. 

Industriepartner an der HSG kennengelernt 

«Wir haben die funktionierende Idee über sechs Jahre an der ETH entwickelt. Um daraus ein Projekt wie jenes in Bern zu realisieren, braucht es nun einen Partner, der industriell bauen kann», sagt Dr. Samuel Heiniger, Gründer von Iron Energy. Diesen Partner hat das Startup in der Fischer Rohrleistungsbau AG aus Rothrist (AG) gefunden. 

Fischer-Geschäftsleiter Silvan Meier und Iron Energy-CFO Daniel Bloch lernten sich im Herbst 2025 an der HSG kennen. Meier besuchte dort den Executive MBA Lehrgang, eine Weiterbildung für Führungskräfte. Bloch referierte vor den Führungskräften über sein Startup und das Thema Unternehmensgründung. So kamen die beiden ins Gespräch und letztlich ins Geschäft.  

«Das Beispiel zeigt, wie stark das Netzwerk rund um die HSG ist», sagt HSG-Absolvent Daniel Bloch. Er profitiere bis heute von der diversen HSG-Community, wenn es darum gehe, Iron Energy aufzubauen.  

Weitere Projekte geplant - unter anderem in St.Gallen  

Auf dem ETH-Campus wurde 2023-2026 eine Testanlage auf Basis der Technologie von Iron Energy betrieben. Diese konnte den Energiebedarf von rund drei Einfamilienhäusern speichern. Mit der Fischer Rohrleitungs AG wird nun eine gemeinsame Demoanlage mit 20 MwH Kapazität im Raum Basel gebaut. Ebenfalls 2026 soll die Planung eines unterirdischen Speichers für eine Wohnüberbauung mit 200 Wohnungen in Urdorf (ZH) starten.  

Weil laut Daniel Bloch Vorverträge für mehrere Speicherprojekte in der Schweiz bestehen, will das junge Unternehmen nun weiter wachsen. Auch darum wurde kürzlich  eine Finanzierungsrunde mit 4 Mio. Franken abgeschlossen.

Ein Projekt, das dem St.Galler Daniel Bloch am Herzen liegt, ist eine Zusammenarbeit mit den St.Galler Stadtwerken: Für sie evaluiert Iron Energy in einer Machbarkeitsstudie, ob sich der Bau eines saisonalen Energiespeichers bei den OLMA-Messen lohnen würde. Auf der neuen Halle 1 hat es dort eine PV-Anlage. Deren Energieüberschuss könnte im Iron Energy-Speicher gesammelt werden. «Wird er realisiert, wäre er Stand heute der grösste Energiespeicher in der Stadt St.Gallen», so Bloch.

north