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Campus - 20.01.2023 - 10:55

HSG-Studierende machen im Schweizer Vergleich am meisten internationale Erfahrungen

Über 50 Prozent der HSG-Studierenden sammeln Studiums- und Arbeitserfahrungen im Ausland. Die HSG ist damit unter den Schweizer Hochschulen jene, deren Studierende international am mobilsten sind. 

Mindestens 20 Prozent aller Absolvierenden von Schweizer Hochschulen sollen Studien- und Praktikumserfahrungen im Ausland sammeln – so lautet das strategische Ziel des Bundes und des Europäischen Hochschulraumes. Der am 19. Januar erstmals publizierte Internationalisierungsindex für die Schweiz zeigt, dass die HSG dieses Ziel weit übertrifft: 52,6 Prozent aller Studierenden machen während ihrer Zeit an der HSG entsprechende internationale Erfahrungen.

Die HSG ist damit vor der École polytechnique fédérale de Lausanne (32,3 Prozent) und der Pädagogischen Hochschule St.Gallen (27,7 Prozent) schweizweit die Hochschule mit der höchsten Mobilitätsquote. Im Schweizer Durchschnitt – untersucht wurden 34 Hochschulen – beträgt diese Quote 15,7 Prozent. 

Auslandsaufenthalte steigern Arbeitsmarktfähigkeit

Der Index wurde von Movetia, der nationalen Agentur für Austausch und Mobilität, publiziert. «Auslandsaufenthalte steigern die Arbeitsmarkfähigkeit von Absolvent:innen, weil diese dabei für die Erwerbstätigkeit wichtige fachliche und persönliche Kompetenzen erwerben», schreibt Movetia in der Studie. In eine umfassende Internationalisierung zu investieren, lohne sich jedoch nicht nur für die Studierenden. Die Internationalisierung verbessere auch die Qualität von Lehre und Forschung, fördere die Innovation und stärke die Sichtbarkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Reputation der Hochschulen im In- und Ausland.

Es gibt laut Movetia drei Katalysatoren für die Mobilität der Studierenden: Internationale Elemente in Studiengängen, die Förderung eines internationales Studienumfeldes (Durchmischung der Nationalitäten von Studierenden und Dozierenden) sowie die Schaffung attraktiver Rahmenbedingungen für «Incomings» (ausländische Studierende, die vor Ort einen Austausch machen). 

Die Mobilitätsquote sei nicht von der Grösse oder des Alters einer Hochschule oder ihrer Sprachregion abhängig, schreibt Movetia weiter. Entscheidend seien die Rahmenbedingungen sowie das «institutionelle Mindset». Dieses orientiere sich stark am Internationalisierungsgrad einer Hochschule – eine weitere Kennzahl, die für die aktuelle Studie ebenfalls erhoben wurde. Die HSG belegt dabei hinter der Università della Svizzera italiana schweizweit den zweiten Platz. Der Internationalisierungsgrad setzt sich aus folgenden Parametern zusammen: Internationalisierung der Lehre,  internationale Zusammenarbeit in der Forschung,  Strategische Entscheide zur Förderung von Internationalisierung sowie Nationalität von Studierenden und Dozierenden.

Austausch mit über 200 Universitäten weltweit möglich

Die internationale Ausrichtung gehört zu den HSG-Grundwerten. So bietet sie heute Austauschmöglichkeiten mit weltweit über 200 Partneruniversitäten an. 2022 nahmen rund 1400 HSG-Studierende diese Gelgenheit wahr und verbrachten ein oder zwei Semester im Ausland. Gleichzeitig waren rund 700 ausländische Studierende an der HSG zu Gast.

Im Jahr 2000 setzte die HSG als erste Hochschule der Schweiz die Bolognareform um, die die Studienarchitektur europaweit harmonisierte und so Austauschstudien stark vereinfachte. Die HSG macht zudem verschiedene internationale Doppelabschlüsse auf Masterstufe möglich. Dabei absolvieren Studierende zusätzlich zu ihrem HSG-Studium einen Master an einer Partneruniversität. Zu diesen zählen renommierte Wirtschaftsuniversitäten wie etwa die Escuela Superior de Administración y Dirección de Empresas (ESADE) in Barcelona, die École des hautes études commerciales  (HEC) in Paris, die Rotterdam School of Management (RSM) und die Università Commerciale Luigi Bocconi in Mailand.

Aber auch Studierende, die in St.Gallen einen Austausch machen, finden beste Bedingungen vor: Pro Semester halten sich rund 350 «Incomings» in St.Gallen auf. Diese Gaststudierenden erhalten eine/n HSG-Studierenden als «Buddy» zugeteilt, der bei Fragen rund ums universitäre und soziale Leben hilft.

Zudem hat die HSG ihr englischsprachiges Studienangebot in den letzten Jahren laufend ausgebaut. Mehrere Masterprogramme werden mittlerweile komplett in Englisch angeboten und auf Bachelorstufe gibt es drei zweisprachige Angebote.

Die Movetia-Studie basiert auf Daten des Bundesamtes für Statistik. Untersucht wurde das vorpandemische Mobilitätsverhalten der Studierenden mit Abschlussjahr 2020 (Bachelor und Master). Der Index zeigt laut Movetia auf, «wie unterschiedlich die für das Innovationsland Schweiz relevante Internationalisierung und Studierendenmobilität an den Schweizer Hochschulen umgesetzt wird».

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