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Forschung - 29.11.2019 - 00:00

Cyber Risk: Science veröffentlicht HSG-Forschungsbeitrag

Das Forschungsmagazin Science hat einen Beitrag über Cyber-Risiken veröffentlicht. In dem Artikel behandeln Martin Eling, Professor für Versicherungsmanagement an der Universität St.Gallen (HSG), und ein internationales Team von Wissenschaftlern die Frage, wie die Herausforderungen von Cyber-Angriffen und Digital-Crashs zielführend analysiert werden können.

29. November. «Cyber Risks» umfassen ein breites Spektrum von Risiken für digitale Systeme, wie zum Beispiel Datenverluste oder vollwertige Cyber-Angriffe auf das Stromnetz. Die Forderung der Autoren des Science-Artikels: Um das Cyber-Risiko systematisch zu erforschen, müssten sich nicht nur Informatikwissenschaftler damit beschäftigen, sondern auch Forschende aus der Wirtschaft, Recht, Verhaltensforschung und Politikwissenschaft. «Wissenschaftler müssen fachübergreifend zusammenarbeiten und auch Fragen am Rande ihrer Disziplinen untersuchen», sagt Martin Eling. Fördermittel müssten gebündelt werden. Überdies sollten Industrie und Regierung eine Führungsrolle übernehmen, um die Richtung für eine disziplinübergreifende Forschung zu bestimmen.

Kooperationen entwickeln

«Um Hindernisse für eine disziplinübergreifende Cyber-Risikoforschung zu überwinden, könnten Wissenschaftler, die einen Teil dieser Agenda erforschen, Kooperationen entwickeln und Fragen am Rande der Disziplinen untersuchen», heisst es im Artikel. Ein Beispiel dafür, wo die Autoren dies getan hätten, sei die Untersuchung extremer Cyber-Risikoszenarien. «Auf Initiative eines Ökonomen haben wir einen konsistenten Ansatz zur Modellierung extremer Cyber-Risikoszenarien entwickelt. Das Team beauftragte einen Informatiker, der plausible Extremereignisse und die Kritikalität dieser Ereignisse beschreiben konnte, damit die relevanten Informationen analysiert wurden.» Weder die Ökonomen noch die Informatiker verfügten über das gesamte Fachwissen, um das Problem anzugehen.

 

 

 

Martin Eling über Cyber-Risiken

 

 

 

#2minutes: Martin Eling über Cyber-Risiken

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Forschungsmagazin Science hat einen Beitrag über Cyber-Risiken veröffentlicht. In dem Artikel behandeln Martin Eling, Professor für Versicherungsmanagement an der Universität St.Gallen (HSG), und ein internationales Team von Wissenschaftlern die Frage, wie die Herausforderungen von Cyber-Angriffen und Digital-Crashs zielführend analysiert werden können. (in Englisch)

 

 

 

Zur Forderung, dass Industrie und Regierungsorganisationen eine Führungsrolle übernehmen müssten, schreiben die Autoren: «Da das digitale Risiko für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen ein täglicher Kampf ist, müssen sie Daten für die dringendsten Forschungsprobleme vorschlagen und bereitstellen, um interdisziplinäre Projekte anzuregen.» Ein vielversprechendes Konzept aus dem Instrumentarium des Risikomanagements, das in anderen Kontexten (Naturkatastrophen, Terror, nukleare Risiken) gut etabliert sei, könnte die Bündelung von Risiken sein. Um dies umzusetzen, müssten jedoch die rechtlichen, betriebswirtschaftlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen untersucht werden.

Input aus verschiedenen Disziplinen

Die weitere Diskussion über mögliche Standardisierung und Regulierung zur Verbesserung des Cyber-Risikomanagements erfordere auch Input aus verschiedenen Disziplinen. «Es ist wichtig, die wirtschaftlichen und politischen Gründe für die Verbreitung von Cyberrisiken zu verstehen; weiterhin, wie die Gesellschaft im Umgang mit Cyberrisiken geschult werden kann und welche rechtlichen Massnahmen zur Verbesserung der Cybersicherheit ergriffen werden können.» Sowohl die intellektuelle Unabhängigkeit der Wissenschaft als auch das Erfahrungswissen von Regierung und Industrie seien entscheidend für eine robuste, integrale Forschung.

Foto: Pixabay/ Pixel2013

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