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Leute - 01.08.2026 - 08:00 

Berufung: Tobias Kowatsch

Prof. Dr. Tobias Kowatsch ist seit 1. August 2026 Ordentlicher Professor für Digitale Gesundheitsinterventionen an der Universität St.Gallen (HSG).
Berufung: Tobias Kowatsch

Prof. Dr. Tobias Kowatsch hat 2016 sein Doktorat in Management an der Universität St.Gallen abgeschlossen, und im Jahr 2022 wurde ihm durch erfolgreiche Habilitation der Titel eines Privatdozenten mit der «venia legendi» in Wirtschaftsinformatik mit Schwerpunkt Digital Health verliehen. 2013 hat er das Centre for Digital Health Interventions (CDHI), heute eine gemeinsame Initiative der Universität St.Gallen, der Universität Zürich, der ETH Zürich und der Ostschweizer Fachhochschule, mitinitiiert und dort seither unter anderem die Rollen des Co-Chairs und des wissenschaftlichen Direktors ausgeübt. Von 2018 bis 2022 war Prof. Dr. Tobias Kowatsch als Assistenzprofessor für Digital Health an der Universität St.Gallen tätig. In dieser Zeit absolvierte er Forschungsaufenthalte in den Vereinigten Staaten und in Singapur. Im August 2022 wurde Prof. Dr. Tobias Kowatsch zum ausserordentlichen Professor für digitale Gesundheitsinterventionen am Institut für Implementation Science in Health Care der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich ernannt. Seitdem ist er auch Co-Direktor der School of Medicine (Med-HSG) an der Universität St.Gallen.

Forschung zu digitalen Gesundheitsinterventionen

Die Forschung von Prof. Dr. Tobias Kowatsch befasst sich mit der Gestaltung, Entwicklung und Evaluation digitaler Gesundheitsinterventionen zur Prävention und zum Management chronischer Erkrankungen und psychischer Belastungen. Im Zentrum seiner Arbeit stehen sogenannte Just-in-Time Adaptive Interventions: Sie nutzen Sensor- und Selbstberichtsdaten von Smartphones und Wearables, um vulnerable Zustände wie Stress vorherzusagen, die geeignete Interventionsform und -dosis zu bestimmen und Unterstützung genau dann anzubieten, wenn Menschen dafür empfänglich sind. Ziel ist es, die Belastung für die Betroffenen auf ein Minimum zu reduzieren und die Wirksamkeit im Alltag zu maximieren.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Chatbots und Sprachassistenten, die zunehmend auf grossen Sprachmodellen basieren und personalisierte Interventionen vermitteln, etwa zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten wie Typ-2-Diabetes oder zur Förderung der psychischen Gesundheit. Ein zentrales Anliegen ist ihm dabei, gerade Menschen mit niedrigem sozioökonomischem Status zu erreichen und zu gesundheitsförderndem Verhalten zu motivieren, denn sie sind von diesen Erkrankungen besonders stark betroffen. Anschaulich vermittelt dies der HSG-Kurzfilm «Healthification»; in einer Feldstudie mit Influencerinnen und Influencern untersuchte sein Team zudem, wie sich schwer erreichbare Personengruppen für digitale Gesundheitsinterventionen gewinnen lassen.

Aktuell leitet er das vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) geförderte Projekt GRACE, in dem ein Sprachassistent entwickelt wird, der die Lebensqualität von Menschen mit beginnender Demenz verbessern soll. Im Innosuisse-Flagship-Projekt zu digitalen Therapeutika für die Prävention von Typ-2-Diabetes arbeitet er insbesondere mit HOCH Health Ostschweiz mit dem Kantonsspital St.Gallen zusammen. Als Projektpartner im SNF-Projekt KIND untersucht er gemeinsam mit dem Ostschweizer Kinderspital, wie sich diabetesbedingte Nervenschädigungen bei Kindern und Jugendlichen mithilfe von Wearables und kontinuierlicher Glukosemessung frühzeitig erkennen lassen, um ihnen langfristig vorzubeugen. Darüber hinaus ist er als Co-Principal Investigator an der von der National Research Foundation Singapore geförderten Initiative Future Health Technologies 2 beteiligt.

Ein von den US-amerikanischen National Institutes of Health (NIH) gefördertes Projekt, in dem er gemeinsam mit dem Dartmouth College eine digitale Gesundheitsintervention für junge Erwachsene mit Typ-1-Diabetes entwickelte, wurde 2025 erfolgreich abgeschlossen. Seine Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem ACM IMWUT Distinguished Paper Award und dem Impact Award der Universität St.Gallen.

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