close

Veranstaltungen - 04.09.2026 - 08:00 

Welt, die uns bewegt – öffentliches Herbstprogramm an der HSG

Der Herbst beginnt, HSG und SQUARE öffnen wieder die Türen. Alle sind herzlich eingeladen, sich ihr eigenes Menu aus einer Vielzahl von öffentlichen Vorlesungen, Diskussionen und Events zusammenzustellen, um den Wissenshunger zu stillen.

«Und der Mensch heisst Mensch, 
weil er vergisst, weil er verdrängt. 
Und weil er schwärmt und stählt, 
Weil er wärmt, wenn er erzählt.» 


Herbert Grönemeyers Zeilen aus dem Lied und gleichnamigen Album «Mensch», erschienen im Jahr 2002, klingen im Herbst 2026 erstaunlich aktuell. Was macht den Menschen aus, in einer Welt, in der künstliche Intelligenz immer mehr Aufgaben übernimmt? Wie gehen wir mit Krisen um, die wir selbst mitverursachen? Was können wir beeinflussen, und was müssen wir akzeptieren? 

Krieg und Frieden, Naturgefahren, Klimawandel, Gesundheit und ein langes Leben, Sinn und Verantwortung: Die Themen stehen für sich und können dennoch zusammen erzählt werden. Sie bilden den Ausgangspunkt für Diskussionen, zu denen die öffentlichen Vorlesungen herzlich einladen, in Hörsälen auf dem Campus und in der Stadt.  

Auch SQUARE öffnet seine Türen für die breite Öffentlichkeit und lädt zu überraschenden Formaten und Begegnungen. Leitmotiv in diesem Semester ist die Frage «Aber was weiss ich denn schon?» Sie ist weniger Ausdruck von Unwissen als von Neugier für die technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen unserer Zeit.   

Öffentliche Vorlesungen: grosse Fragen 

Die öffentlichen Vorlesungen sind seit über 125 Jahren fester Bestandteil des universitären Angebots. Das Programm spiegelt das Profil der Universität St.Gallen wider – mit Themen aus Wirtschaft, Recht und Politik, aus Informatik, Geschichte, Kunst und Gesellschaft. Besucherinnen und Besucher erfahren in den Vorlesungen ausserdem mehr über die Stadt und Region St.Gallen. Als Beispiel vier Themen, die bewegen:  

  • Krieg und Frieden im östlichen Europa 
    15., 22. und 29. September sowie 6., 13. und 20. Oktober, jeweils 18:15–19:45 Uhr 
    Hauptgebäude, Raum A 01-U206; auch online 

    Der Krieg in der Ukraine hat die Frage nach Krieg und Frieden nach Europa zurückgebracht. Um die Gegenwart zu verstehen, lohnt allerdings der Blick zurück. Die Vorlesungsreihe von Yves B. Partschefeld zeichnet die Geschichte des östlichen Europas seit dem 19. Jahrhundert nach. Napoleonische Kriege, Krimkrieg, Erster und Zweiter Weltkrieg sowie die Konflikte nach dem Zerfall der Sowjetunion werden dabei nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil einer langen Geschichte von Macht, Nationalismus und geopolitischen Interessen. 
     
  • Sternstunden Chinas: Sechs Geschichten aus dem Reich der Mitte 
    16., 23. und 30. September sowie 7., 14. und 21. Oktober, jeweils 18:15–19:45 Uhr 
    online 

    China als Weltmacht zu verstehen, bedeutet auch, seine Geschichte zu kennen. Daria Berg führt in sechs «Sternstunden» von der Kaiserzeit bis in die Gegenwart. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die mit ihrer Kunst, ihrem Denken oder ihrer politischen Macht Geschichte geprägt haben – vom Herrscher, der China vereinte, bis zu Künstlerinnen und Künstlern unter Xi Jinping. 
     
  • Naturgefahren und Naturrisiken: Der Mensch als Opfer und Täter zugleich 
    12. Oktober, 2., 9., 23. und 30. November sowie 7. Dezember, jeweils 18:15–19:45 Uhr 
    Hauptgebäude, Raum A 01-014 

    Hochwasser, Bergstürze oder Lawinen sind Naturereignisse. Zum Risiko werden sie dort, wo Menschen leben, bauen und wirtschaften. Der Klimawandel verschärft die Lage zusätzlich. Die Vorlesung von Mathias Schneider und Urs Sieber fragt deshalb nach der Doppelrolle des Menschen: Er ist Naturgefahren ausgesetzt und beeinflusst gleichzeitig die Bedingungen, unter denen daraus Katastrophen entstehen können. 
     
  • Performance & Longevity: Training in der zweiten Lebenshälfte 
    12.*, 19. und 26. Oktober sowie 2. November*, jeweils 18:15–19:45 Uhr 
    SQUARE, Raum Rosenberg-Rotmonten; *Bibliotheksgebäude, Raum A 09-012 

    Länger leben ist das eine. Länger gesund und leistungsfähig bleiben das andere. Daniel Studer, Leiter Universitätssport, widmet sich in vier Vorlesungen der Frage, wie Bewegung, Kraft- und Ausdauertraining, Regeneration und Prävention die zweite Lebenshälfte beeinflussen können. Dabei geht es nicht um den Traum ewiger Jugend, sondern um eine nüchterne Frage: Was können wir selbst tun, um möglichst lange mobil, leistungsfähig und selbstständig zu bleiben?  
     
  • Was zählt im Leben? 
    27. Oktober, 5., 10. und 17. November, jeweils 9:30–11:00 Uhr 
    Festsaal Katharinen, St.Gallen 

    Es gibt Fragen, die sich nicht mit Daten beantworten lassen. «Was zählt im Leben?» gehört dazu. Diakon Thomas Reschke, Universitätsseelsorger der HSG, nähert sich der Frage aus theologischer und lebenspraktischer Perspektive. Es geht um Sinn, Hoffnung, Beziehungen, Freiheit und Verantwortung.

SQUARE-Programm: neue Perspektiven 

SQUARE ist nicht nur ein Lern- und Unterrichtsraum, sondern ein Ort der Gemeinschaft und eine Plattform für den Austausch zwischen Universität und Öffentlichkeit. Das Herbstprogramm bespielt diesen Raum mit Gesprächen, Kunst, Performances und Gästen aus ganz verschiedenen Lebenswelten.  

  • Personalities in Residence 
    Die Reihe «Personalities in Residence» bringt Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur nicht bloss für einen einzelnen Vortrag nach St.Gallen. Sie verbringen mehrere Tage am SQUARE und kommen dabei in den Austausch mit Studierenden, Forschenden und Gästen aus der Stadt und Region.  

    Den Auftakt macht Matthias Glaubrecht, Evolutionsbiologe und Wissenschaftshistoriker, vom 21. bis 23. September. Am 24. September folgt Peter Maurer, der ehemalige Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz. Im Herbst sind unter anderem auch Robert Habeck, ehemaliger deutscher Vizekanzler und Bundesminister, und Vontobel CO-CEO Christel Rendu de Lint zu Gast. Das Format lebt insbesondere vom persönlichen Austausch. 
     
  • Artists in Residence 
    Die Reihe «Artists in Residence» bringt Künstlerinnen und Künstler an den SQUARE. Ihre Perspektiven ergänzen jene von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik: Kunst kann irritieren, verdichten und Dinge sichtbar machen, für die es noch keine eindeutige Sprache gibt.  

    Ursula Krechel, Schriftstellerin, Lyrikerin und Essayistin, ist am 29. und 30. Oktober zu Gast. Die vielfach ausgezeichnete Autorin verbindet in ihrem Werk Literatur mit Fragen von Erinnerung, Exil, Gewalt, Feminismus und gesellschaftlicher Verantwortung. 

    Einen besonderen Höhepunkt bildet im November das Gastspiel von Origen. Mit dem «Totentanz» verbindet die Bündner Kulturstiftung Tanz, Piano und Klänge des russischen Komponisten Dmitri Schostakowitsch. Die Tanzaufführung eröffnet einen poetischen Blick auf Vergänglichkeit, Gemeinschaft und die grossen Fragen des menschlichen Daseins. 

    Dass diese Produktion am SQUARE gezeigt wird, hat eine besondere Vorgeschichte. Masterstudierende der HSG haben Origen in der Bündner Gemeinde Riom kennengelernt, die Institution analysiert und Einblicke in deren künstlerische Arbeit erhalten. Die Aufführungen im November bilden den Abschluss dieser Zusammenarbeit. 

    18. November, 20:00 Uhr – Vorpremiere für Personen in Ausbildung 
    19. November, 20:00 Uhr – Vorstellung 
    20. November, 20:00 Uhr – Vorstellung 
    Einführung jeweils um 19:00 Uhr 


Was dieses öffentliche Herbstprogramm an der Universität St.Gallen zusammenhält, ist letztlich nicht ein einzelnes Thema. Es ist die Frage nach dem Menschen in einer Welt im Wandel. Oder in den Worten Herbert Grönemeyers:  


«An Tagen wie diesen, 
wünscht man sich Unendlichkeit. 
An Tagen wie diesen, 
haben wir noch ewig Zeit.» 


Details und weitere Informationen:

Broschüre Herbst 2026 

Öffentliches Programm  

Programm im SQUARE    

north