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Forschung - 17.05.2021 - 00:00

Neues Institut für Mobilität (IMO-HSG)

Am 1. April 2021 wurde das neue Institut für Mobilität (IMO-HSG) gegründet. Es geht aus dem Institut für Customer Insight (ICI-HSG) hervor.

 

17. Mai 2021. Der Markt für Mobilität – einer der global wichtigsten Märkte – befindet sich im Wandel und wird neu strukturiert. Mit der Gründung eines Instituts für Mobilität an der Universität St.Gallen wird diese Transformation aktiv begleitet. Im Zentrum der Tätigkeit des Instituts steht neben der Forschung insbesondere der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Politik, die Öffentlichkeit und die Praxis.
 

Das Institut für Mobilität soll

 

  • die Entwicklung der «New Mobility» in der Gesellschaft, der Praxis und der Wissenschaft vorantreiben,
  • einen Beitrag leisten, um die Schweiz international als Standort für «New Mobility» zu profilieren, und
  • zu einem der globalen Themenführer im Feld Mobilität entwickelt werden.

 

Das Institut für Mobilität geht aus dem Institut für Customer Insight hervor und wird von Prof. Dr. Andreas Herrmann, Prof. Dr. Wolfgang Jenewein und Prof. Dr. Dr. h.c. Torsten Tomczak geführt. In der Vergangenheit wurden unter dem Dach des ICI-HSG schon zahlreiche Kooperationen mit traditionellen Mobilitätsanbietern wie der Volkswagen AG (VW, AUDI, Skoda, Porsche), der BMW AG (BMW, MINI) und der Mercedes Benz AG sowie mit anderen Mobilitätsanbietern wie dem TÜV, der SBB, dem israelischen Anbieter von Komponenten für das autonome Fahren Mobileye, der Lufthansa und der Boston Consulting Group in Feldern wie Autonomous Driving, alternative Antriebe, Mobility as a Service, multimodale Mobilität, Sharing-Konzepte, Führung als Enabler für Innovation sowie Kommunikation von Innovationen durchgeführt. Über 30 Artikel in FT-Zeitschriften und in weiteren A-Journals konnten publiziert und über 25 Postdocs und Doktoranden auf Professuren an Universitäten und Fachhochschulen platziert werden. Auf Basis dieser Expertise konnte sich das ICI-HSG als Partner in den internationalen Netzwerken im Themenfeld Mobilität sowohl in der Praxis als auch in der akademischen Welt verankern. So ist Prof. Dr. Andreas Herrmann Visiting Professor an den jeweiligen New Mobility-Institutionen der London School of Economics, Stockholm School of Economics sowie der Tongji University.
 

Mit der Gründung eines eigenständigen Instituts, das sich auf das Thema Mobilität fokussiert, sollen die Aktivitäten der Vergangenheit im Feld Mobilität auf ein nächstes Niveau gehoben und forciert werden. Das Institut für Mobilität ist in den folgenden Themenfeldern tätig:

Multimodale Mobilität

Im Zentrum steht die Erfüllung des menschlichen Bedürfnisses nach zeitgemäßer, günstiger und sicherer Mobilität. Mobilität basiert auf kundenaktivierten Leistungselementen verschiedener Netzwerke, MIV, NMIV, OeV fahrplanbasiert oder individuell. Das Zusammenspiel dieser sich überlagernden Netzwerke ist für das Funktionieren von Mobilität und damit moderner Kultur- und Wirtschaftsstandorte entscheidend. Optimierung der Multimodallität ist heute Bestandteil jeder modernen Verkehrspolitik. Mit Digitalisierung, autonomoen Systemen, neuen Anforderungen durch Covid 19, neuen verkehrspolitischen Konzepten im Zeitalter knapper Staatsfinanzen gibt es angebotsseitige Veränderungen, die das Gesamtsystem tangieren und zu disruptiven Veränderungen des bestehenden Verkehrsystems mit seiner traditionellen Aufgabenverteilung führen.
 

Transformation von Mobilitätsunternehmen

Die traditionellen Mobilitätsunternehmen, ob in der Automobil- und Luftfahrtindustrie oder im öffentlichen Verkehr stehen vor den grössten Herausforderungen ihrer Geschichte. So werden z.B. in der Automobilindustrie – eine der für die Schweiz und Deutschland wichtigsten Industrien - der Verbrennungsmotor und das Getriebe ergänzt durch Elektro- oder Wasserstoffantriebe. Das autonome Fahren erfordert Sensoren, Software und das Internet. Städte sind daran, Fahrzeuge aus den Zentren zu verbannen und multimodale Verkehrssysteme einzuführen. Der Besitz von Automobilen wird in Frage gestellt. Mobilität als Dienstleistung wird propagiert. All diese Entwicklungen verlangen von den traditionellen Mobilitätsunternehmen eine grundlegende Transformation ihres Geschäftsmodells und damit einhergehend der Führungs- und Unternehmenskultur.

Mobilitätsverhalten im «Next Normal»

Die aktuelle Krise zeigt eine bislang kaum für möglich gehaltene Anfälligkeit und Verwundbarkeit unseres Wirtschafts- und womöglich auch Gesellschaftssystems. Obgleich bislang noch keine finale Bewertung möglich ist, muss auch die Art und Weise, wie Mobilität weltweit organisiert ist, neu gedacht werden. Daher erfordert jede Auseinandersetzung mit der neuen Mobilität nicht nur Antworten auf die konkrete Ausgestaltung der zukünftigen Verkehrssysteme, sondern auch eine Reflexion über die Auswirkungen der aktuellen Krise auf die Globalisierung und die damit verbundene Gestaltung der weltweiten Mobilität.

Faszination Mobilität

Mobilität hat nicht nur mit dem Transport von Personen und Gütern von einem Ort zu einem anderen zu tun. Von grosser Bedeutung ist die pure Faszination des Menschen an der Bewegung, ob als Fahrer:in von Automobilen, als Pilot:in von Flugzeugen, auf dem Fahrrad, beim Bergsteigen, auf dem Fussball- oder Tennisplatz, im Boxring etc. Menschen «bewegen» sich aufgrund unterschiedlicher Motivationen, die von Gesundheitsüberlegungen, von der Faszination an Technik, dem Drang nach Höchstleistungen, der Suche nach Lebenssinn etc. geprägt sind. Unter dem Dach des Instituts für Mobilität soll daher ein Center for Sportmanagement gegründet werden.
 

Bild: Adobe Stock / David.Sch

 

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