Campus - 14.09.2026 - 16:00
Das Herbstsemester 2026 markiert einen wichtigen Meilenstein für die Politikwissenschaft an der Universität St.Gallen: Erstmals ist Politikwissenschaft Teil des Curriculums für alle Studierenden im Assessmentjahr.
Heute versammelten sich die ersten Studierenden im Audimax zur neuen Vorlesung, die von Professor Klaus Dingwerth und Professor Adrian Rinscheid von der School of Economics and Political Science (SEPS-HSG) gehalten wird. Mehr als 2'000 Studierende starten in diesem Semester ins Assessmentjahr – damit erreicht die neue Lehrveranstaltung eine breite und vielfältige Gruppe von Studierenden gleich zu Beginn ihres Studiums. Die Vorlesung wird auf Deutsch und Englisch angeboten, jeweils in zwei Gruppen.
Politik findet überall statt: in Regierungen und Parlamenten, in internationalen Organisationen und Unternehmen, auf der Strasse und in den sozialen Medien. Politische Debatten und Entscheidungen begegnen uns täglich. Um jedoch die dahinterliegenden Strukturen und Prozesse zu verstehen, braucht es einen analytischen Blick.
Genau hier setzt die neue Politikwissenschafts-Vorlesung an. Sie vermittelt den Studierenden das konzeptionelle Werkzeug, um politische Phänomene über das unmittelbar Sichtbare hinaus zu analysieren. Dazu beschäftigen sie sich mit grundlegenden Begriffen und Konzepten wie Politik, Macht, politischen Ideologien, Institutionen, Demokratie und politischen Entscheidungsprozessen.
Dabei geht es nicht nur darum, Definitionen zu kennen. Die Studierenden lernen, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen, Ziel- und Interessenkonflikte zu erkennen und zu verstehen, weshalb politische Entscheidungsprozesse häufig von Verhandlungen und Kompromissen geprägt sind.
Die Grundlagen werden in der Vorlesung auf eine der grossen politischen Herausforderungen unserer Zeit angewendet: die Klimapolitik.
Warum werden trotz erheblichen Handlungsdrucks wirksame Massnahmen häufig nur schwer umgesetzt? Welche Akteure und Institutionen ermöglichen politischen Wandel – und welche Faktoren erschweren ihn? Welche Rolle spielen Regierungen, soziale Bewegungen und privatwirtschaftliche Unternehmen im politischen Entscheidungsprozess?
Anhand der vergleichenden und internationalen Klimapolitik lernen die Studierenden, politikwissenschaftliche Konzepte auf ein komplexes reales Politikfeld anzuwenden. Klimapolitik eignet sich dafür besonders gut, da sie verschiedene politische Ebenen, Institutionen, Interessen und theoretische Perspektiven miteinander verbindet.
Ziel der Vorlesung ist es nicht, einfache Antworten zu liefern. Vielmehr sollen die Studierenden lernen, politische Herausforderungen analytisch zu erfassen, unterschiedliche Perspektiven zu erkennen und die richtigen Fragen zu stellen.
Mit der Integration der Politikwissenschaft neben Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre und Rechtswissenschaft stärkt die HSG die interdisziplinären Grundlagen ihrer Bachelor-Ausbildung – und vermittelt allen neuen Studierenden von Beginn ihres Studiums an politikwissenschaftliches Denken.
