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Mensch und Computer 2024 Workshop: Bedürfnisse sind unterschiedlich und verändern sich, Methoden auch? Umdenken bei Forschungsmethoden

Motivation

Das Gebiet der Menschen-zentrierten Forschung ist sehr multidisziplinär. Trotz der Multidisziplinarität gibt es innerhalb des Forschungskreises bereits ein gemeinsames Verständnis über die Arten von Forschungsbeiträgen, wie z.B. empirische Beiträge und Artefakt-Beiträge, und die Forschungsmethoden, z.B. Laborstudien oder Feldstudien, die angewendet werden, um einen wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Beitrag leisten zu können. Was jedoch oft fehlt, ist die Transparenz der Forschungsmethoden und der Schwierigkeiten, die sowohl das Forschungsteam als auch Proband*innen bei der Durchführung und Teilnahme an der Forschung haben. In diesem Workshop wollen wir Nachwuchswissenschaftler*innen, Expert*innen, und aktuelle oder ehemalige Studienteilnehmer*innen zusammenbringen, um zu diskutieren, (a) wie menschen-zentrierte Forschung aktuell durchgeführt wird, (b) welche Herausforderungen Forschende und Studienteilnehmer*innen zu bewältigen haben, und (c) was die aktuellen ethischen Fragen und die Fragen der internen und externen Validität sind. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse diskutieren wir, was wir als Gemeinschaft verbessern können, um die bestehenden Probleme im Zusammenhang mit Stichprobenverzerrungen, Zugang zu Forschung,  ökologischer Validität, Barrierefreiheit und möglicherweise “unpassenden‘‘ Forschungsmethoden verringern zu können.

Im Rahmen des Workshops möchten wir gemeinsam mit den Teilnehmer*innen Themen rund um empirische Forschung diskutieren. Unser Ziel ist es herauszufinden, ob die gegenwärtig etablierten Forschungsmethoden noch angemessen sind oder ob es an der Zeit ist, sowohl unsere Herangehensweise an Forschung als auch die Möglichkeiten für eine aktive Beteiligung interessierter Teilnehmender neu zu überdenken. 

Struktur

Es handelt sich um einen halbtägigen Workshop (Montagnachmittag, 2. September 2024) mit einer Mischung aus eingeladenen Vorträgen von Expert*innen, Präsentationen von eingereichten Beiträgen, und Gruppendiskussionen, die die Themen rund um ein Umdenken bei Forschungsmethoden bereichern. Sämtliche Workshop Beiträge erhalten die Möglichkeit, einen 10-minütigen Vortrag zu präsentieren. Die Gruppendiskussionen werden für jeweils 30 Minuten angesetzt, wo die einzelnen Gruppen ein Thema genauer untersuchen. Die Ausarbeitung innerhalb der Gruppe wird dann vor den anderen Workshop Gruppen präsentiert, um in einen weiteren Austausch zu gehen.

Ein genauer Zeitplan wird kurz vor dem Workshop auf dieser Seite veröffentlicht. Insgesamt betrachtet behandelt unser Workshop die folgenden drei Aktivitäten:

  1.  Einführung: Wir beginnen mit einer Keynote  über Forschungsmethoden im Bereich der menschenzentrierten Forschung, um das Thema für den halbtägigen Workshop einzuläuten. Durch Brainstorming und Diskussion von Beispielen, die von den Workshop-Organisator*innen und Teilnehmer*innen zur Verfügung gestellt wurden, werden wir dann die Landschaft der unterschiedlichsten Forschungsmethoden und informelle Einblicke und  Erfahrungen, die wir gesammelt haben, präsentieren.
  2.  Einblicke: Im Anschluss an die Einführung bitten wir Autor*innen von akzeptierten Beiträgen einen Überblick über Ihre Forschung und Erfahrungen bereitzustellen. Dies wird im Rahmen eines kurzen Vortrags durchgeführt, mit anschließenden Fragen und Antworten. 
  3. Gruppendiskussionen: Die Einblicke von den Workshopteilnehmer*innen werden dann in den folgenden Gruppendiskussionen aufgegriffen und vertieft diskutiert. Das Ziel der Gruppendiskussionen ist es zu formulieren, welche nächsten Schritte notwendig sind, um die Qualität der Forschung durch das Einbringen von unterschiedlichsten Perspektiven zu verbessern. 

 Es handelt sich hierbei um eine gemischte Veranstaltung, mit der Möglichkeit vor Ort oder online zum Workshop beizutragen. Weiterhin werden wir eine Plattform bereitstellen, auf der die Teilnehmer*innen sich vorstellen können und sich gegenseitig vor, während, und nach dem Workshop austauschen können.
 

 

Aufruf zur Teilnahme

Wichtige Termine:

  • Deadline für die Einreichung eines Beitrags: 14 Juni 2024 22 Juni 2024 (extended for a week!)
  • Benachrichtigung: 5 Juli 2024
  • Finale Einreichung: 16 Juli 2024

Einreichungen können bis 23:59:59 am jeweiligen Tag durchgeführt werden (AoE).

Das primäre Ziel des Workshops ist es in den Austausch mit Forscher*innen und Studienteilnehmer*innen mit unterschiedlichen Hintergründen und Erfahrungen zu treten. Wir laden dementsprechend Forscher*innen aus dem akademischen Bereich als auch aus der Industrie ein, die im Rahmen ihrer Arbeit zur empirischen Forschung beitragen. Darüber hinaus ermutigen wir ehemalige oder aktuelle Studienteilnehmer*innen einen informellen Erfahrungsbericht von bis zu 2 Seiten (oder ein 3-minütiges Video) einzureichen, um persönliche positive und negative Erfahrungen bei der Teilnahme von menschen-zentrierter Forschung zu teilen. Diese Einblicke von Expert*innen, gemeinsam mit den Einblicken von Teilnehmer*innen an Studien, oder interessierten Personen, die aufgrund von unterschiedlichsten Gründen nicht an einer Forschung teilnehmen konnten, ermöglichen uns ein Gesamtbild von der aktuellen Situation der empirischen Forschung zu verschaffen. Wichtig zu erwähnen ist, dass Forscher*innen oftmals selbst die Rolle als Teilnehmer*innen übernehmen. Dies beinhaltet, unter anderem, die Teilnahme an Forschung von Kolleg*innen. Auch das Teilen von Studienteilnahmen aus der Perspektive von Forscher*innen sind sehr erwünscht.

Die Workshop-Organisator*innen bitten um die Einreichung von Arbeiten zu Themen im Bereich der empirischen Forschung, sowohl aus der Perspektive der Forschung als auch aus der Perspektive von aktuellen oder ehemaligen Studienteilnehmer*innen. Mögliche Themen beinhalten: 

  • Faktoren, die zu der Wahl der Forschungsmethode beigetragen haben / Faktoren, die gewisse Forschungsmethoden ausgeschlossen haben.
  • Pitfalls: Welches sind die größten Herausforderungen, bei der Durchführung von menschen-zentrierter Forschung?
  • Neuartige Forschungsmethoden: Ideen zu inklusiveren und effizienteren Forschungsmethoden?
  • Was sind Beispiele für erfolgreiche Forschungsprojekte im Bereich der menschen-zentrierten Forschung?
  • Wie gehen wir mit Authentizität, Voreingenommenheit und Subjektivität in menschen-zentrierter Forschung um? Inwiefern unterscheiden sich diese Aspekte von anderen (Teil-)Gebieten?
  • Wie werden Teilnehmer*innen für empirische Studien rekrutiert? Was sind die Folgen der Rekrutierungsmethode?
  • Wie kann dafür gesorgt werden, dass auch marginalisierte Personengruppen, wie z.B. behinderte Menschen, in der Forschung berücksichtigt werden?
  • Pitfalls: Wo gibt es signifikante Schwierigkeiten bei der Teilnahme an empirischen Forschungsstudien? 
  • In welche Richtung sollte empirische Forschung gehen? Und was sind die aktuellen Hürden?

Format

Erfahrungsbericht (max. 2 Seiten), 3-minütiges Video, oder eine anderes passendes Einreichungsformat wie beispielsweise ein „Pictorial“, eine visuelle Komponente, die eine wichtige Rolle bei der Vermittlung von Ideen und Beiträge liefern kann (z. B. Diagramme, Skizzen, Illustrationen, Renderings, Fotografien, annotierte Fotografien und Collagen). Video- oder Bildmaterial sollte zusätzlich mit Text begleitet werden. Positionsbeiträge werden auf Wunsch gerne (im Workshopband der Konferenz Mensch und Computer mit ISBN) veröffentlicht. Voraussetzungen zur Präsentation eines Beitrags ist die Einreichung eines Erfahrungsberichts (max. 2 Seiten), eines kurzen Videos, oder eines Pictorials bis zum 14. Juni 2024 über das Konferenztool der MuC 2024 (siehe: www.conftool.com/muc2024)

  • Deadline für die Einreichung eines Beitrags: 14 Juni 2024 
  • Benachrichtigung: 5 Juli 2024
  • Finale Einreichung: 16 Juli 2024

Wir versuchen unser Bestes, auf zusätzliche Bedürfnisse und Wünsche einzugehen, um den Workshop so zugänglich wie möglich zu gestalten. Bei weiteren Fragen bezüglich einer möglichen Einreichung oder bei sonstigen Anliegen können die Organisator*innen (z. B. florian.mathisunisg.ch)  kontaktiert werden.

Organisatoren und Organisatorinnen

Dr. Florian Mathis ist als Senior Researcher im Rahmen des „International Postdoctoral Fellowships (IPF)“ an der Universität St. Gallen in der Schweiz tätig. Seine Forschung konzentriert sich darauf, wie das Konzept der erweiterten Realität dazu beitragen kann, Menschen mit Behinderungen im Alltag zu unterstützen. Vor seiner Tätigkeit in St. Gallen promovierte Florian an der University of Glasgow in Schottland. Während seiner Promotion spezialisierte er sich auf die Verwendung von Virtual/Augmented/Mixed Reality als Forschungsmethode in der Benutzbaren Sicherheit. | Kontakt: florian.mathisunisg.ch 


Bertold Scharf ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Digitale Teilhabe an der Hochschule Bremen in den Projekten „Digitale Barrierefreiheit im Arbeitsleben durch partizipative Evaluation“ und “Partizipative Inklusion durch integrierte Forschung”. Er ist im Vorstand von Disability Studies Deutschland e.V. und hat im Bereich der Disability History zur Arbeit von behinderten Menschen in der DDR promoviert. | Kontakt: Bertold-Peter.Scharfhs-bremen.de 


Jolanta Paliszewska ist eine taube Wissenschaftlerin am Institut für Digitale Teilhabe an der Hochschule Bremen und Mitarbeiterin im Projekt „Digitale Barrierefreiheit im Arbeitsleben durch partizipative Evaluation“. Sie ist Designerin, Dozentin und Expertin für Accessibility und Empowerment-Design. | Kontakt: jolanta.paliszewskahs-bremen.de 


Bianca Schroeter ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Digitale Teilhabe an der Hochschule Bremen in dem Projekt „Digitale Barrierefreiheit im Arbeitsleben durch partizipative Evaluation“. Sie ist Kulturwissenschaftlerin und Dozentin. | Kontakt: bianca.schroeterhs-bremen.de 


Jana Phung ist eine studentische Hilfskraft am Institut für Digitale Teilhabe an der Hochschule Bremen. Ihre wissenschaftliche Mitarbeit zeichnet sich durch Design, Entwicklung sowie Film und Schnitt im Rahmen der Barrierefreiheit aus.| Kontakt: jphungstud.hs-bremen.de 


Prof. Dr. Benjamin Tannert ist Professor am Institut für Digitale Teilhabe an der Hochschule Bremen. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Systemen, die Menschen mit Behinderungen unterstützen. Dies beinhaltet, unter anderem, die Entwicklung von Navigationssysteme für Menschen im Rollstuhl. | Kontakt: benjamin.tannerths-bremen.de 

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