Die Wissenschaftsfreiheit erlaubt Forschenden an Hochschulen, wissenschaftliche Aussagen in Forschung und Lehre zu machen, die religiöse Gefühle verletzen, ideologische Verblendungen entlarven, wirtschaftliche Interessen bedrohen oder politische Machtstrukturen schwächen. Sie wird gewährt, weil liberale Demokratien im wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt ein allgemeines Gut sehen, das nicht durch Glaubensinhalte, Ideologien oder Partikularinteressen eingeschränkt werden darf.
Die Wissenschaftsfreiheit ist jüngst in verschiedenen Ländern unter Druck geraten, am spektakulärsten in den USA. Darum lohnt es sich, ihre Geschichte genauer zu betrachten. Dies nicht zuletzt in der Schweiz, denn unser Land spielt in der Geschichte der Wissenschaftsfreiheit eine Pionierrolle, die bisher noch wenig gewürdigt worden ist.
15.9., 22.9., 29.9., 6.10., 13.10., 20.10. Prof. Dr. Caspar Hirschi, Professor für Allgemeine Geschichte, Universität St.Gallen