Als Charles Darwin 1859 in seinem Werk Die Entstehung der Arten die Theorie aufstellte, dass der Mensch vom Affen abstammt, revolutionierte er damit die Wissenschaftsgeschichte – und beflügelte die Fantasie zahlreicher Dichter: Wie hatte der «Urmensch» auf der Schwelle zwischen Mensch und Affe gelebt, was hatte er wohl gedacht und gefühlt?
1878 eröffnete David Friedrich Weinland mit seinem Roman Rulaman eine fruchtbare literarische Tradition des Erzählens, in deren Darstellungen der Ur- und Frühgeschichte sich stets auch die eigene Gegenwart des Autors spiegelte. Die Vorlesung stellt ausgewählte Beispiele aus dieser Tradition vor, darunter Franz Achermanns Die Kannibalen der Eiszeit (1920) und Paul Mählers Die Urmenschen (1932) bis hin zu Max Frischs Erzählung Der Mensch erscheint im Holozän (1979).
16.9., 23.9., 30.9., 7.10., 14.10., 21.10. Prof. Dr. Ulrike Landfester, Professorin für Deutsche Sprache und Literatur, Universität St.Gallen