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Forschung - 06.10.2026 - 17:07 

Klimapolitik und Klimagerechtigkeit: Zusammenspiel der Disziplinen

Nach dem Hitzesommer ist die Klimadebatte in der Schweiz zurück auf der Agenda. Am 25. September fanden Klimastreiks in mehreren Städten statt, und in Bern wird über die Klimapolitik nach 2030 gestritten. Dabei zeigt sich: Klimapolitik ist immer auch eine Frage der Gerechtigkeit. Wer sie beantworten will, braucht mehr als eine Disziplin. An der SEPS HSG forschen Politik- und Wirtschaftswissenschaft zu genau diesen Fragen. Die aktuellen Beiträge unserer Forschenden zeigen, wie viel Expertise die SEPS HSG zur aktuellen Debatte beiträgt.

Klimapolitik und Klimagerechtigkeit: Forschung der SEPS HSG zur aktuellen Debatte

Was bedeutet Klimagerechtigkeit?
Klaus Dingwerth, Professor für Politikwissenschaft, legt mit «Klimagerechtigkeit zur Einführung» (Junius Verlag, 2025) einen Überblick über philosophische und sozialwissenschaftliche Debatten vor. Das Buch fragt, wie sich das Ideal der Klimagerechtigkeit näher bestimmen lässt und was Gesellschaften daran hindert, sich ihm anzunähern. Seine Perspektive brachte Dingwerth auch an der «8. Tagung Soziale Arbeit und Stadtentwicklung» (10./11. September 2026, Basel und Muttenz) ein, wo Wissenschaft, Verwaltung, Praxis und Zivilgesellschaft zum Thema «Klimagerechtigkeit lokal gestalten» ins Gespräch kamen.

Wer bewegt?
Adrian Rinscheid, Professor für Klimapolitik, forscht zu Klima- und Energiepolitik sowie politischen Einstellungen und dem Entscheidungsverhalten politischer Akteure. In der NZZ ordnete er die Entwicklung der Schweizer Klimabewegung ein. Er erwartet, dass sie nach dem Hitzesommer wieder eine stärkere Rolle spielen wird. Zugleich stellt er die Frage, ob die Bewegung überhaupt mehrheitsfähig sein oder ob Protest anderen strategischen Logiken folgt.

Wer zahlt?
Lea Fricke, Doktorierende der Volkswirtschaft, und Dominik Sachs, Professor für Makroökonomik und Finanzwissenschaft, forschen zu CO₂-Bepreisung, Umverteilung und Arbeitsanreizen. Im Policy Brief «CO₂ bepreisen – richtig rückverteilen» zeigen sie, wie sich eine CO₂-Bepreisung sozial und effizient gestalten lässt. Ohne Ausgleich belastet sie tiefe Einkommen relativ stärker. Statt einer pauschalen Klimadividende spricht ihre Forschung für eine Rückverteilung über die Einkommensteuer. Das Gesamtpaket aus CO₂-Preis und Rückverteilung bleibt dabei leicht progressiv, weil Haushalte mit tiefen Einkommen relativ stärker entlastet werden. Zugleich bleiben der Lenkungsanreiz des CO₂-Preises erhalten und Arbeitsanreize werden stärker berücksichtigt. Das ist besonders aktuell, weil die heutige Rückverteilung nach 2030 entfallen soll.

Das Zusammenspiel macht den Unterschied.
Was gerecht ist, wer Veränderung vorantreibt und wer die Kosten trägt, sind drei Seiten derselben Frage. Die Beiträge stützen sich auf Forschung an der School of Economics and Political Science SEPS-HSG und zeigen: Erst das Zusammenspiel der Disziplinen bietet ein tieferes Verständnis dafür, wie Klimapolitik zugleich wirksam und gerecht sein kann. Wir bringen dieses Wissen gerne in die Debatte ein.

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