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Forschung - 02.12.2020 - 00:00

Machen Roboter uns glücklicher?

Smarte Produkte sind in der Schweiz auf dem Vormarsch, wie jüngst der Smart Products Report des Instituts für Customer Insight der HSG (ICI-HSG) aufgezeigt hatte. Doch verhelfen die autonomen Alltagsdinge auch wirklich zu mehr Glück und Wohlbefinden? Auch dieser Frage sind Forschende nun nachgegangen.

2. Dezember 2020. Der Staubsaugerroboter kehrt den Boden, während intelligente Küchengeräte fast selbständig das Abendessen mit Zutaten zubereiten, welche der mit dem Internet verbundene Kühlschrank zuvor selbständig bestellt hat.

Smarte Produkte übernehmen immer mehr Haushaltsarbeiten und verschaffen ihren Besitzenden so mehr verfügbare Zeit. Ob das auch tatsächlich glücklicher macht, haben Forschende der Universität St.Gallen, der HEC Lausanne, der Harvard Business School und der Wirtschaftsuniversität Wien untersucht.

Dazu befragten sie über 5000 Menschen weltweit. Das Resultat ist eindeutig: Personen, welche smarte Produkte besitzen, haben ein höheres Glückslevel und fühlen sich weniger gestresst - jedoch mit zwei wichtigen Vorbehalten.

Schlechtes Gewissen mindert das Glück

«Der Gebrauch von smarten Produkten kann uns Menschen glücklicher machen, indem mehr Zeit für Dinge übrigbleibt, die uns wirklich wichtig sind. Jedoch gilt dies nicht für smarte Produkte, die dem Menschen relativ ähnlich sind, da die Auslagerung von Aufgaben in diesem Fall zu Schuldgefühlen führen kann», erklärt Prof. Dr. Emanuel de Bellis, der am ICI-HSG an der Studie mitgearbeitet hat. Menschenähnlich erscheint ein Produkt dann etwa, wenn es eine menschliche Stimme oder ein entsprechendes Gesicht aufweist. Zudem verstärkte sich dieser Effekt, wenn das Produkt nach realen Personen benannt wurde.

Dieser Befund korrespondiert auch mit früheren Forschungen, die ergaben, dass Personen, die ungeliebte Tätigkeiten an andere Menschen auslagern, ein schlechteres Gewissen haben, wenn sie wissen, wer genau damit beauftragt wird.

Die Furcht vor dem Urteil anderer

Der zweite Vorbehalt auf dem Weg zum smarten Glück ist, dass Nutzende von smarten Produkten befürchten, von anderen Menschen als faul wahrgenommen zu werden.

Die Ergebnisse der Studie könnten laut den Autoren erklären, warum trotz ihrer wachsenden Verbreitung, smarte Produkte noch nicht jenen rasanten Siegeszug vollbracht haben, der ihnen prophezeit wurde.

Bild: Adobe Stock / dero2084

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