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Forschung - 09.02.2026 - 10:00 

Erfolgreiche Klimastrategien

Angesichts jüngster Rückschläge im Bereich der Nachhaltigkeit kamen Forschende und Praxisvertreter an der HSG zusammen, um über die Beteiligung der Finanzindustrie an der Umstellung auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft zu diskutieren.
Erfolgreiche Klimastrategien
Prof. Dr. Per Espen Stoknes, Co-Direktor des Zentrums für Nachhaltigkeit und Energie an der BI Norwegian Business School

Die HSG veranstaltete eine Konferenz, die sich mit der Rolle der Banken in der Energiewende befasste. Die von Prof. Dr. Roy Gava und Prof. Dr. Adrian Rinscheid organisierte Veranstaltung war gleichzeitig der offizielle Startschuss für ihr neuestes Projekt «climateB». Dieses untersucht, wie der Finanzsektor auf die Nachhaltigkeitsanforderungen verschiedener Interessengruppen reagiert.

Zu Beginn hielt Per Espen Stoknes einen Spotlight-Vortrag. Dr. Stoknes ist Assoziierte Professor und Co-Direktor des Zentrums für Nachhaltigkeit und Energie an der BI Norwegian Business School. Er befasst sich auf einzigartige Weise mit Nachhaltigkeitsfinanzierung. Mit einem Hintergrund als klinischer Psychologe, der auch Jung'sche Psychologie in Zürich studiert hat, hat Stoknes zudem einen Doktortitel in grüner Ökonomie.

Auch öffentliche Kommunikation ist eine seiner Stärken. Sein TED Talk in New York wurde bereits 3,4 Millionen Mal angesehen. In Bezug auf Nachhaltigkeit und Klimawandel stellte Stoknes fest, dass die meisten von uns, egal ob im geschäftlichen oder privaten Bereich, ihre Handlungen nicht als verantwortlich für negative Auswirkungen auf die Umwelt ansehen. Er wies auch darauf hin, dass Banken immer noch mehr Geld in Investitionen in fossile Brennstoffe als in nachhaltige Energien stecken. Das steht im Widerspruch zu den Klimazielen von Paris.

Die richtigen Grundlagen schaffen

Wir alle kennen die Weltuntergangsszenarien, die mit den meisten Diskussionen über den Klimawandel einhergehen. Stoknes bezeichnete dies als «Doom Overuse and Apocalypse Fatigue» (Übermässiger Gebrauch von Weltuntergangsvisionen und Apokalypse-Müdigkeit). Daher ist es von entscheidender Bedeutung, die Argumentation zu strukturieren und Emotionen in diese Argumente einzubeziehen. Er merkte auch an, dass wir prüfen müssen, ob wir tatsächlich etwas bewirken. Das erfordert ein Umdenken. Auf die Frage, was getan werden kann, um dies der breiten Öffentlichkeit besser zu vermitteln, skizzierte Stoknes einfache, aber wirksame Strategien, die die Argumentation anders gestalten:

  1. Konzentrieren Sie sich auf Risiken und Sicherheit. Zeigen Sie, wie Massnahmen oder das Ausbleiben von Massnahmen unser tägliches Leben beeinflussen. Ein «Sicher ist sicher»-Ansatz kann Emotionen wecken und somit unsere Aufmerksamkeit für den Umgang mit Risiken lenken.

  2. Konzentrieren Sie sich auf eine positive Darstellung von Chancen und Verbesserungen. Diskussionen sollten nicht darauf abzielen, den Menschen ein schlechtes Gewissen einzureden. Sie sollten lieber davon handeln, in eine intelligentere und bessere Nutzung von Ressourcen zu investieren.

  3. Konzentrieren Sie sich auf Gesundheit und Inklusion. Zeigen Sie die unfairen und ungesunden Auswirkungen auf, die ein Verzicht auf den Übergang zu grünen Technologien mit sich bringt. Verschmutztes Wasser. Verschmutzte Luft. Steigende Gesundheitskosten. Geringere Lebenserwartung.

Stoknes merkte abschliessend an, dass wir die öffentliche und politische Unterstützung für die erforderlichen regulatorischen Veränderungen zur Beschleunigung einer nachhaltigeren Finanzpolitik ausweiten können. Dazu müssen wir den Fokus von Untergangsszenarien und Degrowth auf Sicherheit, Chancen und Gesundheit verlagern.

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