Campus - 18.03.2026 - 08:00

«Für ein junges Startup ist Sichtbarkeit am Anfang fast alles», sagt William Beiskjaer. Gemeinsam mit Vincent Vida baut er das Startup Upgrain auf, das aus Restprodukten von Brauprozessen Proteine gewinnt. Am START Summit 2025 erhielten Upgrain-CEO Vida und COO William Beiskjaer – beide sind HSG-Absolventen – den Swiss Sustainability Impact Award. «Der START Summit ist einer der Orte, an dem man in kurzer Zeit unglaublich viele spannende Menschen trifft – und ein gutes Gefühl dafür bekommt, welche Themen die Startup-Welt gerade bewegen», sagt Beiskjaer.
«Der Award bedeutet uns viel. Er zeigt, dass unser Geschäftsmodell, mit dem wir 2021 bereits den START Summit gewonnen haben, vier Jahre später nicht nur wirtschaftlich tragfähig ist, sondern auch echte Nachhaltigkeit beweisen kann», sagt Beiskjaer.

Rund 7000 Gründerinnen und Gründer, Investorinnen, Unternehmensvertreter und junge Talente aus über 30 Ländern treffen sich am 19. und 20. März 2026 am START Summit in St.Gallen. Die Konferenz gehört zu den grössten ihrer Art in Europa und wird vollständig von HSG-Studierenden organisiert.
Andreas Göldi ist seit rund 30 Jahren in der Startup- und Technologieszene aktiv. Der St.Galler und HSG-Absolvent gründete mehrere Unternehmen in der Schweiz und in den USA und ist heute Partner beim Venture-Capital-Investor b2venture. Zu dessen Netzwerk gehören rund 350 Angel-Investoren, die Startups finanzieren und oft auch beraten.
«Am START Summit kann man in zwei Stunden über 100 Startups an ihren Messeständen besuchen. Das ist unglaublich effizient», sagt Göldi. Sein Team führt während des Summits bis zu 40 vorab vereinbarte Gespräche mit Startups. Daneben entstehen viele spontane Begegnungen – etwa an der laut Göldi «legendären Afterparty» – und das b2venture-Team beteiligt sich an Podien oder Pitch-Sessions.
Göldi schätzt, dass 15 bis 20 Prozent der Investments von b2venture ihren Anfang an Startup-Konferenzen nehmen. «Die persönlichen Begegnungen helfen auch einzuschätzen, ob die Menschen hinter einem Startup wirklich zur Geschäftsidee passen. Das entscheidet oft über den langfristigen Erfolg.»

Noch in einer frühen Phase befindet sich das Startup Maeva von HSG-Masterstudentin Chiara Böhme. Maeva ist ein digitaler, lebenslanger Begleiter für die hormonelle Gesundheit von Frauen. Mit KI werden komplexe Zyklus- und Symptomdaten in proaktives Symptommanagement übersetzt und relevante Auffälligkeiten frühzeitig sichtbar gemacht.
«Wir stehen mitten in der Entwicklung unseres ersten funktionsfähigen Produkts», sagt Böhme. In den nächsten Monaten ist eine Testphase mit ersten Nutzer:innen geplant. Maeva wird am START Summit am Messestand der HSG präsent sein. «Ich hoffe, mit Investoren ins Gespräch zu kommen und Partner für unsere Vision zu gewinnen. Gleichzeitig lasse ich mich gern von anderen Startups inspirieren – oft entstehen aus spontanen Gesprächen die besten Ideen.» Böhme hat mit ihrem Startup zudem das Entrepreneurial Talents Programme der HSG absolviert.

Auch Carmel Imhof, HSG-Absolventin und Teilnehmerin des Entrepreneurial Champions Programme der HSG, ist mit ihrem Startup ZoneIn am START Summit vertreten. Die ZoneIn-Plattform bringt Patientinnen und Patienten mit Psycholog:innen und Therapeut:innen zusammen und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Fachpersonen.
«Wir haben bereits Meetings mit Investoren und anderen Foundern geplant, sind aber genauso offen für spontane Gespräche und Feedback», sagt Imhof. «Die Begegnungen am Summit liefern oft konkrete Impulse für das eigene Startup.»
Neben Startups und Investor:innen profitiert auch der Standort: «Für St.Gallen stärkt der START Summit das Profil als Innovationsstandort», sagt Barbara Schmid, Projektleiterin Startup-Förderung beim Switzerland Innovation Park Ost. «Die Stadt wird für kurze Zeit zum Treffpunkt der europäischen Gründerszene – mit Strahlkraft weit über die Region hinaus.»
