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Campus - 26.02.2026 - 12:00 

Vom Eishockeyprofi zum Solarunternehmer: HSG-Absolvent Jan Petrig will die Schweiz mit nachhaltiger Energie versorgen

Den nötigen Biss fürs Leben als Unternehmer holte sich Jan Petrig auf dem Eis: Der HSG-Absolvent war jahrelang Eishockeyprofi und gründete dann ein Startup in seinem Heimatkanton Wallis. Nun will er auch den Rest der Schweiz mit Solaranlagen und Batteriespeichern versorgen. 

HSG-Absolvent Jan Petrig sieht mit Bart und langen Haaren noch immer etwas aus wie ein Eishockeyspieler während der Playoffs. Sechs Jahre lang lebte der heute 27-Jährige den Traum vom Profisport – unter anderem beim EHC Biel-Bienne sowie beim HC Ajoie in den zwei höchsten Schweizer Ligen.

«Das Leben als Profi hat mich belastbar und effizient gemacht», sagt er. «Manchmal kam ich nach einem Spiel spät in der Nacht nach Hause, am nächsten Tag stand wieder Training an. Dazwischen lernte ich für meine Prüfungen im Bachelorstudium an der Uni Bern.»

An der HSG Netzwerk als Unternehmer aufbauen

2023 entschied sich Petrig, seine Karriere zu beenden. «Eishockey hat mir enorm viel Spass gemacht. Aber mehrere Verletzungen zwangen mich dazu, an die Zukunft zu denken.» Zudem hatte er sich in der Zwischenzeit fürs Unternehmertum begeistert: Bereits während seines Bachelorstudiums gründete er in seinem Heimatkanton Wallis Aurinko Energy.

Das junge Unternehmen rüstete Industriebetriebe, Bauernhöfe und einige Privathäuser mit grossen Photovoltaikanlagen aus – mit Leistungen von bis zu 400 Kilowatt-Peak. Eine solche Anlage kann, je nach Verbrauch, Strom für rund 80 bis 100 Einfamilienhäuser liefern.

Für seinen Master kam Petrig an die HSG. «Ich wollte mir als Unternehmer ein Netzwerk aufbauen und von renommierten Dozenten lernen, dafür schien mir die HSG ein guter Ort zu sein.» Im Masterstudium in General Management vertiefte er nicht nur betriebswirtschaftliches Know-how, sondern testete vieles direkt in der Praxis seines Startups. 

Zweites Startup gegründet

2024 folgte der nächste Schritt: die Gründung von Inova Energy. Das Startup bietet – wie Aurinko Energy im Wallis - schweizweit einen Vollservice für den Aufbau von Photovoltaikanlagen auf grossen Gebäuden wie etwa Industriehallen oder Logistikzentren.

Der Ansatz geht über die reine Installation hinaus. Inova übernimmt Planung, Finanzierung und Bau und integriert Batteriespeicher mit Kapazitäten von 0,2 bis 5+ Megawatt. Zudem vernetzt es mehrere Anlagen über unterschiedlichen Standorten mit Hilfe eines Energie Management Systems intelligent miteinander. Statt für jedes Dach eine eigene Batterie zu bauen, kann somit ein zentraler Speicher installiert werden, in den verschiedene PV-Anlagen einspeisen.

Für den lokal bezogenen, grünen Solarstrom verrechnet Inova den Dachbesitzern eine reduzierte Gebühr. Eine eigens entwickelte Software erfasst Produktion und Verbrauch in Echtzeit, verteilt die Energie weiter – etwa an Einfamilienhäuser oder Industriebetriebe – und ermöglicht die Abrechnung innerhalb sogenannter lokaler Energiegemeinschaften (LEG). Mit der neuen Stromverordnung wird dieses Modell nun auch in der Schweiz ermöglicht: Lokal produzierter Strom wird lokal konsumiert und weitervermarktet. 

Nachhaltigkeit im Fokus

«Ohne uns würden auf vielen dieser Dächer keine PV-Anlagen stehen», sagt Petrig. Die finanziellen und administrativen Hürden seien für Unternehmen oft hoch. Inova senkt diese Barrieren, stemmt Finanzierung, Bau und Planung. «Durch unser Konzept können die Stromkosten für Dachbesitzer sowie der lokalen Gemeinde deutlich senken», sagt Petrig. 
Im Inova-Team sind nebst Jan noch mehrere Personen mit HSG-Hintergrund, darunter etwa Mitgründer und HSG-Absolvent Simon Nydegger und Till Buser.

Drei Partnerorganisationen bauen die PV-Anlagen landesweit. Rund 20 Anlagen hat das Unternehmen in der Schweiz bereits realisiert, zwanzig weitere Projekte befinden sich in der Umsetzung. «Wir haben 2025 eine Finanzierungsrunde abgeschlossen. Dank dieser können wir die Skalierung starten und auf drei Jahre hinaus unser geplantes Wachstum - also den Bau von Anlagen - finanzieren», sagt Petrig. Für ihn sei es wichtig, mit seinem Startup Projekte umzusetzen, die wirtschaftlich tragfähig und zugleich ökologisch nachhaltig sind und damit einen konkreten Beitrag für Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt zu leisten.
 

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