Forschung - 19.02.2026 - 09:30
In der Schweiz wird am häufigsten mit mobilen Geräten wie Mobiltelefon, Tablet oder Smartwatch bezahlt. Mit Blick auf die Gesamtzahl aller Transaktionen bedeutet das im Vergleich zur Erhebung vor sechs Monaten:
Diese Ergebnisse beruhen auf dem elektronischen Zahlungstagebuch, welches 1173 Personen im Rahmen des 14. Swiss Payment Monitors des Center for Financial Services Innovation der Universität St.Gallen und der ZHAW School of Management and Law Ende Oktober bis Mitte November 2025 ausfüllten.
Werden nur die Zahlungen vor Ort, also im Laden, betrachtet, liegt die Debitkarte gemessen an der Anzahl Transaktionen neu wieder knapp vor Bargeld und dem Bezahlen mit mobilen Geräten (dazu zählen Twint, mobile Wallets, sowie In-App-Zahlungen):
Im Vergleich zur Erhebung vom Mai 2025 zeigt sich ein deutliches Wachstum bei der nicht-mobilen Nutzung der Kreditkarte zulasten der anderen Zahlungsmittel. «Unsere Analysen zeigen, dass dies teilweise auf die einmaligen Informationen und Fragen zu den Schutzmechanismen der Kreditkarte im Rahmen der vorangegangenen Onlinebefragung zurückzuführen ist», sagt Tobias Trütsch, Zahlungsökonom der Universität St.Gallen. «Rund 41 % der Befragten gaben in der Onlinebefragung an, ihre Kreditkarte nach Kenntnis der Schutzmechanismen künftig häufiger nutzen zu wollen.»
Wird nach dem Abrechnungsprodukt einer Zahlung vor Ort aufgeschlüsselt (d.h. in Mobile Wallets hinterlegte Debit-/Kreditkarten werden diesen als Abrechnungsprodukt zugeordnet), ergibt sich folgende Reihenfolge: Nach Debitkarte mit 33,6 % (+0,3 Prozentpunkte) und Bargeld mit 26,5 % (-1,6 Prozentpunkte) liegt die Kreditkarte mit 25,3 % (+2,9 Prozentpunkte) auf dem dritten Platz. Mobile Zahlungen mit Twint, die dem Bankkonto direkt belastet werden, liegen mit 10,6 % (-0,7 Prozentpunkte) auf dem vierten Platz.
Bei der Wahl des Zahlungsmittels zeigt sich: Fehlt das Vertrauen, schlägt Sicherheit die Bequemlichkeit – besonders im Onlinehandel. Bei einem unbekannten ausländischen Händler wählten die Befragten in einer fiktiven Zahlungssituation über 1000 Euro am häufigsten Rechnung (48,5 %) oder Kreditkarte (31,8 %). Als Hauptgrund für die Zahlungsmittelwahl gaben die Befragten an, dass das gewählte Zahlungsmittel in dieser Situation als am sichersten betrachtet wird. «Beim Rechnungskauf bezahlt man erst nach Erhalt der Ware, erfolgt die Zahlung ebenfalls erst mit der Begleichung der Monatsrechnung – zudem lässt sich der Betrag im Problemfall zurückfordern», erklärt ZHAW-Zahlungsmittelexperte Marcel Stadelmann. «Häufig werden deshalb diese beiden Zahlungsmittel aufgrund der erhöhten Sicherheitswahrnehmung gewählt.»
Allerdings ist weniger als der Hälfte der Befragten bekannt, dass Kreditkartenzahlungen im Problemfall beanstandet werden können (sogenannter «Chargeback»). Deutlich bekannter sind Sperrmechanismen und Authentifizierungsmethoden. Die transaktionsbasierte Risikoüberwachung kennen drei Viertel der Befragten bei der Kreditkarte, rund die Hälfte bei der Debitkarte und ein Drittel beim mobilen Bezahlen.
Der Swiss Payment Monitor erscheint halbjährlich, um die Entwicklungen im Zahlungsverhalten der Schweizer Bevölkerung zeitnah abzubilden. Er wurde im Jahr 2018 erstmals veröffentlicht und basiert einerseits auf repräsentativen Umfragedaten einer Online- und Tagebucherhebung sowie anderseits auf öffentlichen Daten der Schweizerischen Nationalbank. Von Ende Oktober bis Mitte November 2025 wurden 1670 Personen ab 18 Jahren aus allen drei Landesteilen zu ihren Zahlungsgewohnheiten und Einstellungen gegenüber Zahlungsmitteln repräsentativ befragt. 1173 Personen erfassten anschliessend während vier Tagen alle ihre nicht-wiederkehrenden Zahlungen. Der Swiss Payment Monitor wird vom Center for Financial Services Innovation der Universität St.Gallen und dem Swiss Payment Research Center der ZHAW School of Management and Law herausgegeben. Die Studie wird finanziert durch die beiden Forschungsinstitutionen, die Swiss Payment Association (Branchenorganisation aller grossen Schweizer Herausgeberinnen von Kreditkarten der internationalen Kartenorganisationen) sowie die Industriepartner Nexi und Worldline.
Bild: Adobe Stock / pressmaster
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