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Campus - 05.03.2026 - 09:00 

HSG unterrichtet ab Herbst 2026 alle neuen Studierenden in Klimapolitik

Ab dem Herbstsemester 2026 erhalten alle neuen HSG-Bachelorstudierenden eine obligatorische Einführung in Politikwissenschaft – mit einem Schwerpunkt auf Klimapolitik. Damit erweitert die HSG ihr Assessmentjahr und stärkt die politische Grundausbildung aller Studierenden.

Das Assessmentjahr der HSG ist über die Universität hinaus bekannt: Das erste Studienjahr gilt als anspruchsvoll und kompetitiv. Nun wird das Assessmentjahr sanft aktualisiert. Im Zentrum der Erneuerung: Ab dem Herbstsemester 2026 werden alle Studierenden in Politikwissenschaft unterrichtet. Ein Schwerpunkt des Kurses wird auf Klimapolitik liegen. 

«Die Integration der Politikwissenschaft stärkt die interdisziplinäre Lehre zu Beginn des HSG-Studiums. Gleichzeitig wird mit der Klimapolitik ein aktuelles und dringliches Thema aufgegriffen», sagt René Schegg, HSG-Verantwortlicher für die Entwicklung von Studienprogrammen. Zur Ausbildung im ersten Studienjahr gehören nebst dem neuen Kurs traditionell Betriebswirtschafts- und Volkswirtschaftslehre sowie Rechtswissenschaft. Hinzu kommen Kultur- und Sozialwissenschaften sowie Fremdsprachen.

Klimapolitik als Beispiel für politisches Denken

Die Einführung in Politikwissenschaft legt einen Fokus auf Klimapolitik. «Klimapolitik eignet sich besonders gut als Anschauungsbeispiel», sagt Klaus Dingwerth, HSG-Professor für Politikwissenschaft, der den Kurs gemeinsam mit Adrian Rinscheid, HSG-Professor für Climate Policy & Decision Making, leiten wird. «Sie betrifft lokale, nationale und internationale Ebenen, verschiedene politische Institutionen und unterschiedliche theoretische Perspektiven.»

Dingwerth: «Der Klimawandel ist zudem eine Herausforderung, die Wirtschaft, Staat und Gesellschaft gleichermassen betrifft.» Viele Staaten, darunter auch die Schweiz, strebten bis 2050 Klimaneutralität an. «Auf die heutige Generation von Studierenden warten deshalb in ihrem Berufsleben grosse Aufgaben und Veränderungen. Ein Grundverständnis von Klimapolitik ist für sie zentral.»

Ziel des Kurses ist es nicht nur, Wissen über Klimapolitik zu vermitteln, sondern das politikwissenschaftliche Denken der Studierenden anzuregen. Sie sollen einen analytischen «Werkzeugkasten» erhalten, mit dem sie politische Phänomene einordnen können. Dazu gehören zentrale Begriffe und Theorien ebenso wie etwa die Frage, was Politik im Unterschied zu Recht und Wirtschaft ausmacht. 

Thematisiert werden zudem ausserparlamentarische Formen der Politik sowie unterschiedliche politische Systeme, mit einem Fokus auf demokratische Ordnungen. «Demokratien stehen weltweit unter Druck. Auch deshalb ist es wichtig, ihre Funktionsweise zu verstehen», so Dingwerth.

«Ein wichtiges Signal der HSG»

Ergänzend bearbeiten die Studierenden Reflexionsaufgaben. Diese könnten sich beispielsweise mit der Frage befassen, wie die Interessen künftiger Generationen in der Klimapolitik besser repräsentiert werden können. Damit verbindet der Kurs fachliche Grundlagen mit aktuellen gesellschaftlichen Debatten.

Dingwerth begrüsst das klare Bekenntnis der HSG zur Nachhaltigkeit. «Dass alle Studierenden unabhängig von ihrer späteren Studienrichtung eine Einführung in Politikwissenschaft mit Fokus auf Klimapolitik erhalten, ist ein wichtiges Signal.»

Mit der Erweiterung vermittelt das erste HSG-Studienjahr eine noch breitere Grundausbildung. Nach dieser einjährigen Orientierung können die Studierenden auch neu entdeckte Interessen vertiefen: Nach dem Einführungsjahr können die Studierenden flexibel zwischen Wirtschafts- oder Rechtswissenschaften sowie International Affairs wählen.

Zusätzlich wird für Assessmentstudierende ab Herbst 2026 neu ein freiwilliger Kurs zu Selbstkompetenz und Selbstorganisation angeboten. Darin lernen sie unter anderem Instrumente zur Arbeitsplanung sowie zur Persönlichkeitsentwicklung kennen.

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