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Campus - 04.02.2026 - 08:30 

Digitale Souveränität: Dieter Schwarz Stiftung fördert strategisches Forschungsprojekt an der HSG mit einem namhaften Betrag

Die Dieter Schwarz Stiftung und das Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität St.Gallen (HSG) haben eine mehrjährige Fördervereinbarung abgeschlossen. An der HSG wird ein Kompetenzzentrum «Enterprise Software, KI und Transformation» (im Kontext von digitaler Souveränität) aufgebaut. Die Förderung erstreckt sich auf fünf Jahre bis 2030.
Im Rahmen des diesjährigen WEF in Davos trafen sich HSG-Rektor Prof. Dr. Manuel Ammann, IWI-HSG-Direktor Prof. Dr. Jan Marco Leimeister und Prof. Dr. Gunther Friedl, Geschäftsführer der Dieter Schwarz Stiftung (v.l.n.r.), um Details der Fördervereinbarung zu besprechen.

In Zeiten grosser geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten rückt die digitale Souveränität Europas in den Mittelpunkt politischer, ökonomischer und technologischer Strategien. Speziell im Bereich der Cloud-Transformation sind die Herausforderungen für Unternehmen komplex: Fragmentierte IT-Landschaften, heterogene Regulierungen, proprietäre Technologien, Unsicherheit bezüglich Datenhoheit und mangelnde Interoperabilität untergraben digitale Autonomie. Gleichzeitig besteht ein wachsender Bedarf an vertrauenswürdigen, offenen und skalierbaren Infrastrukturen sowie resilienten Cloud-Governance-Modellen. Im Zuge eines mehrjährigen Forschungsprojekts möchten Forschende am Institut für Wirtschaftsinformatik (IWI-HSG) einen massgeblichen Beitrag zum Aufbau souveräner Cloud-Infrastrukturen und digitaler Ökosysteme in Europa leisten. 

Die Pläne der HSG-Forschenden fanden Anklang bei der Dieter Schwarz Stiftung in Heilbronn. Im Januar unterzeichnete die Stiftung eine fünfjährige Fördervereinbarung mit der HSG. «Digitale Souveränität ist das Fundament, auf dem Europa seine technologische Unabhängigkeit sichert. Mit der Förderung des Kompetenzzentrums an der Universität St.Gallen investieren wir nicht nur in exzellente Forschung zu KI und Cloud-Strukturen, sondern schaffen eine Brücke in die Praxis», sagt Gunther Friedl, Geschäftsführer der Dieter Schwarz Stiftung. «Durch innovative Weiterbildungsprogramme bringen wir dieses Wissen direkt zu den Entscheidungsträgern von morgen. Besonders die enge Vernetzung mit unserem Ökosystem auf dem Bildungscampus in Heilbronn stellt sicher, dass aus wissenschaftlichen Erkenntnissen echte Kompetenzen für die Wirtschaft entstehen.»

Praxistransfer im Fokus

Ziel des Projekts ist es, wissenschaftlich fundierte, anwendungsnahe und zukunftsweisende Modelle für souveräne Cloud-Infrastrukturen und Transformationen für Enterprise IT und insbesondere KI zu entwickeln. Diese sollen über sektorspezifische Unterschiede hinweg Gültigkeit beanspruchen. Die Resultate sollen zu strategischen Handlungsmodellen für Politik, Wirtschaft und Forschung beitragen und konkrete Transferpfade in unternehmerische und regulatorische Kontexte eröffnen. Zudem wird der Wissenstransfer der Forschungsresultate durch praxisnahe Weiterbildungsangebote gestärkt. Geplant sind Kurse für Führungspersonen, standortübergreifende Programme (in St.Gallen und auf dem Bildungscampus in Heilbronn) sowie digital gestützte Formate für lebenslanges Lernen. 

Multiperspektivischer Ansatz

Um die genannten Herausforderungen in ihrer Gesamtheit zu erfassen und taugliche Lösungen für alle Anspruchsgruppen zu finden, verfolgt das Projekt einen multiperspektivischen Ansatz mit mehreren koordinierten Teilprojekten. Eines befasst sich mit der Situation aus Sicht der Cloud-Anbieter, ein zweites mit der Anwendersicht und ein drittes untersucht, welche Rolle Innovationsökosysteme als Gestalter der digitalen Souveränität spielen können. Im Fokus stehen dabei die strukturellen Beiträge technologieorientierter Startups. «Enterprise Software und KI sind zentrale Zukunftsfelder für Wirtschaft und Gesellschaft», so Projektleiter Prof. Dr. Jan Marco Leimeister. «Wir wollen Anbieter- und Anwenderunternehmen helfen, die Transformation zu KI- und cloudbasierter Wertschöpfung optimal zu bewältigen». 

Förderung des akademischen Nachwuchs

Das Forschungsprojekt ist über eine Laufzeit von fünf Jahren konzipiert. Es umfasst mehrere Promotionsvorhaben und die Einbindung von Assistenzprofessorinnen und -professoren sowie Postdocs. Durch eine enge Zusammenarbeit mit dem Bildungscampus der Dieter Schwarz Stiftung in Heilbronn und die Einbindung geeigneter Partner wird nicht nur in der Schweiz, sondern auch am Sitz der Stiftung regionale Wirkung erzielt.

Dieter Schwarz Stiftung 

Bildung, Wissenschaft und Innovation sind von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung und Zukunftsfähigkeit des Landes. Die Dieter Schwarz Stiftung hat sich deshalb das Ziel gesetzt, auf diese Säulen zu bauen und lebenslanges Lernen zu fördern. Zu den aktuellen Schwerpunkten gehört der Bildungscampus in Heilbronn, der Aufbau des Innovation Park Artificial Intelligence (IPAI) sowie das nahegelegene Science Center experimenta, in der Besucherinnen und Besucher für Wissenschaft und Technik begeistert werden. Folgender Leitgedanke des Stifters prägt die Arbeit der Stiftung seit ihrer Gründung 1999: «Bildung ist unser wichtigster Rohstoff.» (Dieter Schwarz)

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