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Campus - 23.03.2023 - 15:07 

«Reaching for Resilience» am START Summit 2023

Reges Treiben bei der Eröffnungsfeier von Europas führender studentischer Startup-Konferenz START Summit 2023. Auch die 26. Ausgabe der Konferenz bietet jungen Entrepreneuren die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen.

In den Olma-Hallen in St. Gallen herrschte bei der Eröffnungsfeier des START Summit reges Treiben. Thema der 26. Ausgabe der Konferenz: «Reaching for Resilience». Die Organisator:innen der Konferenz adressieren damit die globalen Herausforderungen wie den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und die zunehmende Inflation. Der Anlass beleuchtet in Workshops, Vorträgen und vielen weiteren Formaten drei verschiedene Facetten von Resilienz: Nach Widerstandsfähigkeit streben, Erfolg wagen und dabei auch das Scheitern zu akzeptieren. 

Der erste Gastredner an der Eröffnung des START Summit 2023 war Philipp Hildebrand, stellvertretender Vorsitzender der Vermögensverwaltung BlackRock, Mitglied des Global Executive Committee des Unternehmens und verantwortlich für das BlackRock Sustainable Investing. In einer Videobotschaft sagte er, wir lebten in unruhigen Zeiten. «Der Ukrainekrieg hat die europäische Sicherheitspolitik auf den Kopf gestellt und die Energiewende in einer Weise beschleunigt, die wir nicht für möglich gehalten hätten». Er fuhr fort, dass der Klimawandel uns zwinge, unsere Lebensweise zu überdenken.

Sich an den Wandel anpassen

Mit Blick auf das diesjährige START-Gipfel-Thema Resilienz bekräftigte Hildebrand, dass «wir widerstandsfähiger werden müssen.» Für ihn bedeutet Resilienz, dass wir uns an veränderte Bedingungen anpassen müssen, die sich oft unserer Kontrolle entziehen und oft ausserhalb unserer Komfortzone liegen.

Abschliessend verwies Hildebrand auf ein berühmtes Zitat von Franklin D. Roosevelt, als der ehemalige US-Präsident 1940 an der Universität von Pennsylvania sprach. «Wir können nicht immer die Zukunft für unsere Jugend aufbauen, aber wir können unsere Jugend für die Zukunft aufbauen.»

Die Eröffnungszeremonie ging schnell über in eine Diskussion über den raschen Weg zum Hyperwachstum. Darüber tauschten sich zwei Podiumsgäste aus, die in der Welt der Start-ups verwurzelt sind. Hakan Koç war schon vor seinem Studienabschluss Unternehmer und ist Mitbegründer von «Auto1», und HSG-Alumna Sylvie Mutschler von Specht ist die Gründerin von Mutschler Ventures und war eine der ersten, die in Koçs Ideen investierte. 

Von fünf auf 6.000  Mitarbeitende in 20 Ländern

Mutschler stellte Koç und sein Unternehmen «Auto1» vor, das seit elf Jahren tätig ist, 850 Millionen Dollar Umsatz macht und 6.000 Mitarbeitende in 20 Ländern beschäftigt.

Als Mutschler 2013 zum ersten Mal mit Koç über «Auto1» sprach, hatte er insgesamt fünf Mitarbeiter, von denen die meisten, wie er zugibt, Praktikanten waren. Koç erzählte von der Gründung seiner Firma.  Schon früh hatten Koç und sein Geschäftspartner Christian Bertermann mehrere Startup-Ideen. Darunter auch die Gründung eines Unternehmens, das Getränke von Tür zu Tür liefern sollte. Nach einer anfänglichen Phase der Begeisterung entschieden sie, dass dies kein Bereich war, in dem sie Gewinn machen konnten, und gaben die Idee auf. 

Der ursprüngliche Erfinder des Tablets?

Als Koç Mutschler zum ersten Mal traf, schlug er ihr eine Idee für ein Touchscreen-Tablet vor, das ältere Menschen unterstützen sollte. Koç erwähnte, dass er es für eine gute Idee hielt, bis Apple mit seinem ipad auf den Markt kam, das sich an ein viel grösseres Publikum richtete. 

Als die Grossmutter seines Geschäftspartners Christian eine schreckliche Erfahrung beim Verkauf ihres Autos machte, begannen die beiden, über Gebrauchtwagenhandel nachzudenken. Sie fanden schnell heraus, dass die deutsche Gebrauchtwagenbranche ein 55-Milliarden-Euro-Geschäft ist. Bald darauf entwickelten sie eine professionelle Landing Page, die «Auto1» zunächst professionell erscheinen liess. Nachdem sie ihr erstes Auto verkauft hatten, gingen sie weiter voran und expandierten.

Die Strategie: Menschen an erster Stelle

Leute aus dem Publikum wandten sich nach dem Podiumsgespräch mit Fragen den Unternehmer Koç: Warum er zuerst in bestimmte Märkte expandierte und nicht in andere. Koç erklärte, dass sich seine Expansionsstrategie darauf konzentrierte, die richtigen Leute zu finden: «Wenn ich den richtigen Menschen gefunden habe: Eine Person, auf die ich mich verlassen und auf deren Kompetenzen ich bauen kann. Das war dann der Wegweiser für mich, in welchen Markt ich zuerst gehe.»

Sein neuestes Projekt ist ein Telekommunikationsunternehmen, denn Koç ist der Meinung, dass die Branche bald einen massiven Umbruch erleben wird. Mit seinem Unternehmen Truphone will er jedes Gerät weltweit mit dem Internet verbinden, ohne auf lokale Anbieter zurückgreifen zu müssen.

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